Bad Dürkheim. Einer der gefragtesten Organisten weltweit, Professor Roman Perucki aus Danzig in Polen, wurde von Bürgermeister Wolfgang Lutz im Rathaus empfangen, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt Bad Dürkheim eintrug.
„Man spürt sofort, da steht eine Persönlichkeit, die sich voll und ganz in den Dienst der Sache stellt“, so der Bürgermeister bei der Begrüßung des Gastes wenige Stunden vor seinem abendlichen Konzert im Rahmen der Internationalen Orgeltage in der Schloßkirche Bad Dürkheim.
Lutz bedankte sich bei den Verantwortlichen des Freundeskreises für die Kirchenmusik in Bad Dürkheim, die den Kontakt hergestellt hatten und dem Geehrten seit 25 Jahren in Freundschaft verbunden sind. „Die Kirchenmusik ist ein Aushängeschild für die protestantische und die katholische Kirche und für die ganze Stadt Bad Dürkheim“, stellte der Bürgermeister fest. Musik sei grenzüberschreitend und habe eine unwiderstehlich verbindende Kraft.
Nach einer kleinen Fotopräsentation, bei der er die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt vorstellte, ging Lutz auch auf die Entstehung der Freundschaft ein. So habe der Bad Dürkheimer Kirchenchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Jürgen E. Müller erstmals im Jahr 1988 Danzig besucht und dabei auch Roman Perucki kennengelernt, der der Gruppe „seine“ Kathedrale in Oliva (einem Stadtteil von Danzig) und die dortige Orgel vorstellte.
„Ich habe damals gefragt, wo liegt denn Bad Dürkheim, denn ich war noch nie in Deutschland gewesen“, erinnerte sich der Professor der Danziger Musikakademie und aktuelle Generalmusikdirektor der Baltischen Philharmonie Danzig.
Schon ein Jahr später war es soweit: Perucki kam mit seinem Chor „Cantus“ zum ersten Besuch in die pfälzische Kurstadt. „1989 war eine sehr schwierige Zeit in Polen, aber dieses erste Konzert ist in meinem Herzen geblieben. Damals habe ich viele Menschen kennengelernt, die bis heute meine Freunde sind“, so Perucki weiter.
Auch Kirchenmusikdirektor Jürgen E. Müller stellte fest, dass aus den ersten Kontakten eine lange Freundschaft mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen entstanden ist. „Wir haben so manche Nacht zusammen verbracht“, erinnerte er sich und bedankte sich für die Zusammenarbeit, bei der man sich stets gut ergänzt habe.
Als Dankeschön des Freundeskreises für Kirchenmusik spielte Martin Meyer-Georgens auf einem kleinen Spielwerk das eigens arrangierte „Gaude mater polonia“ ab. Jürgen E. Müller erläuterte, dass der Bad Dürkheimer Chor beim ersten Konzert im Jahr 1988 diese ursprünglich dem heiligen Stanislaus, einem Märtyrer, gewidmete Hymne angestimmt hatte und sich sofort alle Menschen in der Kirche erhoben hatten oder niedergekniet waren.
Der Erste Vorsitzende des Freundeskreises für die Kirchenmusik, Dr. Otfried Engel, bedankte sich ebenfalls für die lange Freundschaft und wies unter anderem darauf hin, dass Kirchenmusik keine konfessionellen Barrieren habe: „Wir fragen keine Kirchenfürsten, ob wir miteinander musizieren dürfen, sondern wir tun es einfach!“ (red)
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