
Wahlkampf-Endspurt: Gordon Schnieder (re.) und Sven Koch in der Bienwaldhalle in Kandel.
Foto: Pfalz-Express / Epple
Kandel – Rund 170 Besucher haben am Donnerstagabend die Bienwaldhalle in Kandel gefüllt. Beim gemeinsamen Auftritt von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder und Landtagskandidat Sven Koch wurde schnell klar: Der Landtagswahlkampf 2026 ist auf der Zielgeraden. Am 22. März wird gewählt.
Koch eröffnete den Abend und blickte auf intensive Wochen zurück. Gemeinsam mit Schnieder war er viel unterwegs, hat Unternehmen besucht und Gespräche geführt.
Ein weiteres Thema war die Situation der Kommunen. Mit Blick auf die Mittel aus dem Sondervermögen des Bunds, von dem Rheinland-Pfalz rund 4,8 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zwölf Jahren erhalten soll, sagte Koch (auch Ortsbürgermeister von Herxheim), dass im Ort bislang kein Cent angekommen sei. Zum Hintergrund: 60 Prozent – also etwa 2,9 Milliarden Euro – sollen laut Landesregierung direkt an die Kommunen gehen, und das Land will nochmals mit rund 600 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufstocken.

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Keine Ermüdungserscheinungen beim Wahl-Endspurt
Dann übernahm Schnieder am beleuchteten „Dubbeglastisch“. „Nach drei Jahren Marathon steht nun der Endspurt an. Ermüdungserscheinungen gibt es nicht.“ Gemeinsam mit Sven Koch und Florian Bellaire wolle er wieder in den Landtag einziehen.
Inhaltlich ging es schnell zur Sache. Kinder sollten schon am ersten Tag in der Grundschule ausreichend Deutsch sprechen können, so Schnieder. Dafür müsse früher angesetzt werden, vor allem in den Kitas. Schulreif müssten sie sein, basta. Und auch mit einer Schere hantieren können.
Beim Handwerk wurde er ebenfalls konkret. Berufliche und akademische Ausbildung müssten den gleichen Stellenwert haben. Der Meisterbrief solle in Rheinland-Pfalz kostenfrei werden.

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Bestehender Finanzausgleich „totes Pferd“
Beim Thema Kommunalfinanzen wurde der Ton schärfer. Der bestehende Finanzausgleich funktioniere nicht, stattdessen werde an einem „toten Pferd“ festgehalten. Mehr direkte Mittel für die Kommunen, weniger komplizierte Programme, das sei die Schnieder-Linie. Vor Ort wisse man am besten, was gebraucht werde, sagte der Spitzenkandidat und plädierte für Vertrauen in die Gemeinderäte vor Ort.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung kam ausführlich zur Sprache. Unternehmen bräuchten andere Rahmenbedingungen. Als Beispiel nannte Schnieder BASF, wo Entscheidungen wie der Verkauf von Werkswohnungen oder Verlagerungen ins Ausland für Unruhe sorgen. Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz stehe nah am Abgrund.

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Auch das Landesklimaschutzgesetz müsse neu gedacht werden. Es bringe wenig bis gar nicht für die Umwelt, weil man seinerzeit von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen sei. Der Wald speichere lange nicht so viel CO2 wie gedacht, sondern emittiere sogar in RLP 4 Millionen Tonnen jährlich. Das alles setze die Wirtschaft aber unter Druck. Rheinland-Pfalz müsse wieder ein „Land des Ermöglichens“ werden.
Den Wahlkampf an sich beschrieb Schnieder als fair. Er spreche lieber von Mitbewerbern, keinen Gegnern. Deutliche Kritik kam in Richtung politische Ränder, an die „Rechtspopulisten und die Linksradikalen.“
Schnieder prophezeite den endgültigen Niedergang des Landes mit einer „rot-grün-dunkelroten Koalition“, sollte „Die Linke“ in den Landtag mit einziehen.
Fragerunde
Danach kamen die Besucher zu Wort. Ihre Fragen hatten sie zuvor auf ausgelegte Karten geschrieben. Viel drehte sich um ärztliche Versorgung, Kitas, Schulen und fehlende Schwimmangebote für Kinder. Beim Thema Bildung sprach Schnieder klar für das dreigliedrige Schulsystem Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Entscheidend sei, für jedes Kind den passenden Weg zu finden. Man müsse Bildung vom „Kind her denken“ – also was das Beste für den jeweiligen Schüler sei.
Schnieder bekam für seine Rede begeisterten und lang anhaltenden Applaus.
„Erwachungsmoment“
Am Ende wurde Schnieder für seinen Einsatz gedankt: Schokoküsse aus Herxheim und Dubbegläser aus Kandel, denn der Mann aus der Vulkaneifel hat in der Pfalz Schorle trinken außerordentlich schätzen gelernt, wie er erzählte.

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Landrat Martin Brandl setzte den Schlusspunkt des Abends. Ja, er sei der Landrat, aber auch überzeugter Christdemokrat. Spätestens dem SWR-TV-Duell zwischen Gordon Schnieder und Alexander Schweitzer habe es in der CDU einen „Erwachungsmoment“ gegeben. Wegen seiner Person brenne man regelrecht für den Wahlkampf. Schnieder sei bodenständig, komme aus einer Region, in der der Handschlag noch zähle, sei direkt, komme auf den Punkt und sei kein „Politik-Schwurbler“.
Den Dubbeglastisch hatte Brandl übrigens selbst mitgebracht. Der hatte schon bei seinen eigenen Wahlsiegen eine Rolle gespielt und sollte ein gutes Omen sein für einen Regierungswechsel in Mainz, so Brandl.
„Gute Achse“
Kandels Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) der ebenfalls vor Ort war, Erster Beigeordneter Volker Merkel und der Beigeordnete Jürgen Bauer sehen indes gute Chancen für Kandel, von einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt, dem Landrat und einer möglichen CDU-geführten Landesregierung unter Gordon Schnieder zu profitieren, hieß es gegenüber dem Pfalz-Express.
Man teile dieselbe Denkweise: „Wirtschaftlich handeln, mit gesundem Menschenverstand agieren und überflüssige Bürokratie abbauen.“
Rheinland-Pfalz habe zu viele ungelöste Probleme durch die derzeitige „Ampel“ in Mainz. Ein Wechsel dringend notwendig. Davon lebe auch die Demokratie. (cli)

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