
Gordon Schnieder nahm sich viel Zeit in Kandel.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
Kandel – Bei sommerlicher Hitze trafen sich am Dienstag rund 120 Bürger im Hofmarkt Zapf, um CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder persönlich kennenzulernen. Unter dem Motto „Gordon persönlich“ ist Schnieder derzeit in Rheinland-Pfalz unterwegs. Bis zur Landtagswahl sind es noch acht Monate.
Neben Schnieder waren auch die Landtagskandidaten der CDU aus der Südpfalz vor Ort: Florian Bellaire, Sven Koch, Tobias Baumgärtner und Claudia Braun. Koch und Bellaire sorgten für einen lockeren Einstieg in die Veranstaltung. Landrat Martin Brandl ließ sich die Veranstaltung ebenso wenig entgehen wie Kandels Stadtbürgermeister Michael Gaudier.

Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
Sport oder Couch?
Danach stellte sich Schnieder persönlich vor: Eine Moderatorin aus der CDU-Landeszentrale leitete ein Schnellquiz mit persönlichen Fragen an Schnieder. Weinfest oder Weihnachtsmarkt? Weinfest. Couch oder Sport? Couch. Buch oder Film? Buch.
Bei Getränken greift er am liebsten zu Rieslingschorle, in der Küche darf es gern – selbst gekocht – Tafelspitz mit Meerrettichsoße oder Schnitzel mit Pommes sein. Schnieder mag die Toten Hosen und trinkt viel Kaffee.
Foto-Rückblick
Nach dem Quiz öffnete Schnieder ein ganz persönliches Kapitel: Fotos aus seinem Leben wurden gezeigt.
Ein Foto aus dem Jahr 1994 erinnert an das Ende seines Grundwehrdienstes. Die Kameradschaft und die gemeinsamen Erlebnisse hätten sich tief in sein Gedächtnis eingeprägt, so Schneider.
Andere Bilder zeigen ihn während seiner 31 Jahre im Kirchenchor (der die Corona-Pandemie nicht überstanden hat), oder auch den vierjährige Gordon. Aufgewachsen ist er in einem Mehrgenerationenhaus mit Eltern und Großeltern, was seine Werte und seine Verbundenheit zur Familie geprägt habe, wie er sagte. Schnieder hat noch drei Geschwister, darunter den aktuellen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Einsichten
Auch persönliche Einsichten aus der Jugend kamen zur Sprache. In der Schule sei er nicht immer der Fleißigste gewesen, räumte Schnieder offen ein. Die Erkenntnis, dass man sich „richtig reinhängen muss“ in eine Sache, sei ihm erst etwas später gekommen.
Schnieder gab auch zu, dass in seinem Leben nicht immer alles glattgelaufen sei: Seine erste Ehe wurde geschieden, aus dieser hat er einen Sohn, aus der zweiten zwei weitere Kinder. Die Familie ist gerne gemeinsam unterwegs und geht oft wandern. Für ihn ist es wichtig, dass die Kinder ein Instrument lernen und sich sportlich betätigen. Er selbst ist Fan des 1. FC Köln.
Bierdeckel-Fragen: Von Groko bis Schwimmbäder

Foto: Pfalz-Express / Licht
Währenddessen hatten die Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen auf bereitgestellte Bierdeckel zu schreiben. Auf der Vorderseite prangte das Konterfei von Gordon Schnieder. Die Zettel wurden eingesammelt und dienten als Sprungbrett für den nächsten Teil der Veranstaltung, in dem es um politische Themen und die Pläne der CDU ging.
Auf die GroKo in Berlin angesprochen, betonte Schnieder, dass er die Bekämpfung der illegalen Migration als Schritt in die richtige Richtung sieht, der fortgeführt werden müsse. Viele Gesetze würden erst im September verabschiedet, doch schon jetzt habe die Wirtschaft ein vorsichtiges Vertrauen gewonnen. Ein Fehler sei es gewesen, die Stromsteuer nicht für alle zu senken; nun müsse zumindest ein Zeitplan her.
Schnieder befürwortet das Sondervermögen, das dringend gebraucht werde, und betonte, dass die CDU der ideologischen Wirtschaftspolitik ein Ende setzen wolle. Gleichzeitig hob er die Bedeutung der inneren Sicherheit hervor: „Wenn Frauen nachts nicht mehr unbesorgt unterwegs sein können, ist das ein No-Go.“ Beim Datenschutz müsse man Lösungen finden, etwa bei der Kameraüberwachung, denn ein zu strenger Datenschutz dürfe die effektive Strafverfolgung nicht behindern. „Der Rechtsstaat muss funktionieren“, so Schnieder.
Zur Führung in der CDU sagte Schnieder: Das Vertrauen in den Bundesvorsitzenden müsse stimmen, sonst „schlägt das Fass unten durch“. Wie einst Wolfgang Schäuble schon gesagt habe: „Der Schuss (CDU-Kanzler) muss sitzen.“
Manche „Alleingänge“ teile er nicht. Der Name des Kanzlers, der augenscheinlich damit gemeint war, fiel dabei kein einziges Mal.
Für Rheinland-Pfalz wolle er den „Karren ziehen“: „Ich kämpfe dafür, dass wir zuerst ans Land denken und aus dem Stillstand herauskommen. Unsere Partei muss stärkste Kraft werden.“ Zugleich räumte er ein, dass bei Koalitionsverhandlungen Kompromisse nötig seien – aber möglichst so, dass die eigenen Wahlvorschläge umgesetzt werden könnten. Dazu brauche es eine starke CDU in Rheinland-Pfalz.

Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
In wirtschaftlicher Hinsicht sprach Schnieder über die Notwendigkeit, die Grunderwerbssteuer auf null zu senken und den Wohnungsbau stärker zu fördern. Viele bisherige Förderprogramme würden kaum abgerufen, weil die Vorgaben zu restriktiv seien.
Zum Bürgergeld machte er deutlich, dass es abgeschafft werden müsse, um soziale Unterstützung wieder auf gesunde Füße zu stellen. Derzeit seien rund 1,8 Millionen Menschen im Land arbeitsfähig, aber nicht arbeitswillig. Schnieder kritisierte, dass die Beschäftigungsquote bei Asylbewerbern in Deutschland sehr niedrig sei – deutlich niedriger als in anderen Ländern. Ursache sei unter anderem, dass das Bürgergeld für viele ausreichend sei, sodass der Anreiz, Arbeit aufzunehmen, fehle.
Auch über Mindestlohn und Rentenreform sprach Schnieder. Die Berechnungen zum Mindestlohn seien keine politische Entscheidung, sondern das Ergebnis einer Kommission. Herausforderungen gebe es vor allem für Saisonarbeiter, deren Einsatz für Landwirte kaum umsetzbar sei. Eine umfassende Pensionsreform sei komplex, da das Beamtensystem unter die Lupe genommen werden müsste.
Die CDU setzt sich nach Schnieders Worten dafür ein, junge Menschen für Politik zu gewinnen, ohne dabei dem Zeitgeist blind hinterherzulaufen. Junge Leute hätten oft andere Meinungen als ihre Eltern, aber mit klarer Positionierung und der Vermittlung der eigenen Werte könne man sie langfristig erreichen.

Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
Bei der Polizei sieht Schnieder dringenden Handlungsbedarf: Aktuell seien 550 Neueinstellungen pro Jahr nicht erreichbar, viele Beamte überlegten, in Nachbarbundesländer zu wechseln, denn dort sei die Vergütung häufig höher. Verbesserungen bei Gehalt, Ausstattung und Bodycams seien notwendig.
Kein Einnahmeproblem, aber „historische Pleite“
„Rheinland-Pfalz hat kein Einnahmeproblem, sondern es werden falsche Prioritäten gesetzt“, sagte Schnieder. Das Land habe Milliardenüberschüsse, dennoch Defizite von 1,2 Milliarden Euro in den Kommunen.
Er erinnerte daran, dass im Dezember 2020 das gesamte System des kommunalen Finanzausgleichs vom Verfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft wurde zum zweiten Mal nach 2014.
Er habe damals gehofft, dass mit dem Urteil „Anstand einkehrt“ und die Verantwortlichen den Fehler eingestehen würden. Stattdessen hätten Staatssekretäre gesagt, man müsse die Mittel nur anders verteilen, dann werde es schon funktionieren. Bei der Abstimmung im Landtag dazu habe er den „Tag der historischen Pleite“ erlebt – schon damals sei klar gewesen, dass der angeblich historische Finanzausgleich zu einer Katastrophe führen würde.
Ein einmaliges Hilfsprogramm über 600 Millionen Euro sei angesichts der Lage nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zu bürokratische und teils unsinnige Förderprogramme behinderten zusätzlich die Arbeit der Kommunen. Mehr Vertrauen in Gemeinderäte sei nötig: „Sie wissen am besten, wo sie das Geld einsetzen müssen. Da muss man nicht von Mainz aus reinregieren.“
Ärztemangel
Schnieder warnte eindringlich vor der sich verschärfenden Ärzteknappheit. Wer Ärzte wolle, müsse sie auch selbst ausbilden. In Rheinland-Pfalz seien mindestens 75 zusätzliche Studienplätze notwendig. Positiv sei, dass etwa die Hälfte der Absolventen nach dem Studium in der Region bleibe – ein klarer Grund, die Ausbildungskapazitäten im Land deutlich auszuweiten.
„Niedergelassene Ärzte aus anderen Regionen bekommt man nur schwer nach Rheinland-Pfalz“, betonte Schnieder. Gemeinsam mit Landräten werde derzeit nach Lösungen gesucht, etwa durch den Zukauf von Studienplätzen in Ungarn – doch das sei „Unsinn“. Wenn das Land es nicht mehr schaffe, selbst ausreichend Ärzte auszubilden, sei das ein Armutszeugnis. Eine Erhöhung der Studienplätze – zum Beispiel in Kooperation mit dem Saarland – sei dringend nötig. Entsprechende Vorschläge habe die CDU mehrfach in den Landtag eingebracht, sie seien jedoch stets abgelehnt worden. „Das kostet Geld, aber wenn wir nichts tun, verschärft sich die Situation enorm.“

Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
Schwimmbäder und Schwimmunterricht
Auf die Frage nach den Plänen zu Schwimmbädern und deren Personal machte Schnieder deutlich, dass in Rheinland-Pfalz bereits viele Bäder und Freibäder schließen müssen. Es brauche eine verlässliche finanzielle Unterstützung vom Land, damit Kommunen Sanierungen stemmen könnten. Auch das Personal müsse wertgeschätzt werden, denn „es findet sich, wenn die Schwimmbäder in Ordnung sind“, so Schnieder.
Eine kreative Lösungen seien beispielsweise Schwimmbad-Container. Diese böten zwar kein großes Becken, ermöglichten es aber, Grundschulkinder ans Wasser zu gewöhnen. „Kinder müssen am Ende der Grundschule schwimmen können, das ist mein Ziel.“
Abschließend ging es um Infrastrukturprojekte, etwa die Rheinquerung und die Mittelrheinquerung. Schnieder versicherte, dass die CDU für den Fortschritt dieser Projekte kämpfen werde.
Nach dem offiziellen Teil blieb Schnieder noch für persönliche Gespräche und viele nutzten die Gelegenheit. Rundherum wedelten die Gäste mit seinen Postkarten-großen Visitenkarten gegen die Hitze an, während der MP-Kandidat selbst unbeeindruckt standhielt. (cli)

Foto: Pfalz-Express / Licht

Foto: Pfalz-Express / Licht

Foto: Pfalz-Express / Licht

Foto: Pfalz-Express / Licht

Diesen Artikel drucken



Kandel – Am 12. August 2025 ist Gordon Schnieder zu Gast auf dem Hofmarkt Zapf in Kandel. Unter dem Motto „Gordon persönlich. ...
Kandel – CDU-Bürgermeisterkandidat Michael Niedermeier befürwortet die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die jeder Bürger zahlen muss, wenn die Straße vor seiner Haustür ausgebaut ...
Hagenbach – Am Freitag, 9. Mai 2025 lädt der CDU Stadtverband Hagenbach am 17 Uhr zum traditionellen Maibockfest mit Livemusik, leckerem Essen ...
Die CDU Südpfalz lädt alle interessierten Bürger ein zum Auftakt des Bundestagswahlkampfs am Montag, 20. Januar 2025, 19 Uhr im Kultur- und ...
Kaiserslautern – Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart ist auf dem Landesparteitag der CDU in Kaiserslautern auf Platz 4 der Liste der ...
Maximiliansau – Das Thema am Laufen halten, Druck machen, Nadelstiche in Richtung Brückengegener setzen: Bei einem Vorort-Treffen an der Rheinbrücke in Maximiliansau ...
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will mit den Ländern eine langfristige Lösung für die künftige Finanzierung des Deutschlandtickets finden. „Ich will, dass wir ...
Bad Dürkheim / Hambacher Schloss – Bei ihrer Fraktionsvorsitzendenkonferenz in Bad Dürkheim und auf dem Hambacher Schloss haben sich die Vorsitzenden der ...
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) angemahnt, dass bei der Sanierung der Verkehrsinfrastruktur Eile geboten ist. Eine klare ...
Mainz. CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf wird nach Beendigung seiner Sommertour nicht weniger als 150 Termine an 24 Tagen wahrgenommen haben. „Rheinland-Pfalz lebt von ...
Berlin – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat angekündigt, die Vorstands- und Aufsichtsratsstrukturen der Deutschen Bahn kritisch zu überprüfen und den Konzern künftig ...
VG Kandel – Die große Ostereieraktion des CDU Verbandsgemeinde Kandel war auch 2024 höchst erfolgreich. 6.500 bunte Eier wurden verkauft. Die Rolf ...











