Sonntag, 05. Dezember 2021

Verwaltungsaufwand rentiert sich: Luftfilteranlagen für Haßlocher Grundschulen und kommunale Kindertagesstätten

21. November 2021 | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Regional

Kommunale Kita Haus Kunterbunt
Foto: gemeinde haßloch

Haßloch. „Wir haben uns bewusst für fest installierte Luftfilteranlagen in den beiden Haßlocher Grundschulen und den kommunalen Kindertagesstätten ausgesprochen und uns somit für eine hochwertige, aber auch aufwendige und zeitintensive Lösung entschieden“, sagt der Erste Beigeordnete Carsten Borck.

Insgesamt sollen 52 Einzelgeräte sowie acht Zentralgeräte installiert werden. Der Bauausschuss hatte bei seiner Sitzung am 7. Oktober grünes Licht für die Umsetzung der rund 1,2 Millionen Euro teuren Maßnahme gegeben.

Die Maßnahme braucht allerdings Zeit. Bereits im Sommer hatte ein Ingenieurbüro die technischen Voraussetzungen für einen Einbau entsprechender Anlagen geprüft und durch das Inspizieren aller Räume die Aufstellungsorte ermittelt.

Zuletzt hat die Verwaltung die entsprechenden Förderanträge vorbereitet, da die Luftfilteranlagen durch ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Förderung von bis zu 80 Prozent erhalten können.

„Für jede Einrichtung war ein eigenständiger Antrag erforderlich, was angesichts eines durchaus komplexen Antragsverfahrens mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden ist“, erläutert Fachbereichsleiter Wolfgang Jünger. Mitte November, und somit sechs Wochen vor Ablauf der Antragsfrist, konnten die Förderanträge an das zuständige Ministerium geschickt werden.

Sobald über die Anträge entschieden ist und die entsprechenden Bewilligungsbescheide vorliegen, kann die Verwaltung in die Ausschreibung der Arbeiten gehen. „In der Zwischenzeit treiben wir die Detailplanung voran und klären, welche Arbeiten in welchen Raum im Einzelnen durchgeführt werden müssen“, so Stefan Grohe aus dem Fachbereich „Bauen und Umwelt“. Das bringe den Vorteil, dass man nach Bewilligung der Förderanträge so schnell wie möglich in die Umsetzung vor Ort gehen könne.

Nichtsdestotrotz werden in den Grundschulen und Kitas in diesem Jahr noch keine Luftfilteranlagen zur Verfügung stehen können. „Das ist weder für die Lehrkräfte, Erzieherinnen, die Schüler sowie deren Eltern mit Blick auf einen weiteren Corona-Winter eine zufriedenstellende Antwort“, weiß der Erste Beigeordnete Carsten Borck.

„Doch schon bei der Sitzung des Hauptausschusses im August sowie beim Bauausschuss im Oktober haben wir klar gemacht, dass eine solche Baumaßnahme nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen umzusetzen ist, sondern aufgrund ihrer Komplexität, aber auch aufgrund der aktuellen Situation im Baugewerbe sowie den allgemeinen Materialengpässen Zeit braucht“, so Borck weiter.

Mobile Anlagen zum einfachen Aufstellen im Klassensaal hätten laut Borck eine geringere Wirksamkeit. „Daher wollen wir keine uneffektive Zwischenlösung, sondern eine dauerhafte Verbesserung. Mit den angedachten Geräten wird das CO2-Level in den Räumen konstant niedrig gehalten und die Luftqualität verbessert. Das ist nicht nur in Corona-Zeiten ein Vorteil. Zudem können die Geräte über die kalte Nachtluft auch für Kühlung sorgen und so das gesamte Raumklima verbessern“, so Borck. Bis es soweit ist, wird man aber in diesem Winter noch einmal auf das regelmäßige Lüften setzen müssen, was zugegebenermaßen gerade bei kalten Temperaturen lästig ist.

Damit das regelmäßige Lüften nicht vergessen wird, konnten in den kommunalen Kindertagesstätten inzwischen alle Gruppenräume sowie die Mehrzweckräume mit einer CO2-Ampel ausgestattet werden.

Bei den Ampeln handelt es sich um Messgeräte zur Bestimmung der Konzentration von CO2 in der Innenraumluft. Sie zeigen über die Indikatorfarben grün-gelb-rot die Luftqualität bezogen auf CO2 an. „Die Ampeln ersetzen nicht das Lüften, zeigen durch das rote Lichtsignal aber an, wann ein Lüften zwingend erforderlich wird“, so der zuständige Kita-Dezernent Claus Wolfer.

Auch in den beiden Haßlocher Grundschulen sind einige wenige Ampeln im Einsatz, die von Klasse zu Klasse weiter gegeben werden, um den Lehrkräften und Schülern ein Gefühl für die richtigen Lüftungsintervalle zu vermitteln. Weitere Ampeln sind bereits bestellt, um auch in den Schulen entsprechend aufzustocken.

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