Dienstag 12.Mai 2026

Verbraucherschutz: Drei lebensgefährliche Schlankmacher enttarnt

15. April 2026 | Kategorie: Gesundheit, Ratgeber, Rheinland-Pfalz

Gefährliche „Schlankmacher“.
Foto: © LUA

Krank statt schlank: In kurzer Zeit haben Fachleute des Landesuntersuchungsamts (LUA) gesundheitsschädliche Arzneiwirkstoffe in drei Schlankheitsmitteln nachgewiesen.

Die Produkte enthielten Sibutramin, eines davon auch Phenolphthalein. Beide Stoffe haben wegen schwerwiegender Nebenwirkungen keine Zulassung mehr. Was die Produkte doppelt gefährlich macht: Wegen der fehlenden Deklaration können Käufer nicht wissen, welcher Gesundheitsgefahr sie sich aussetzen.

Zoll entdeckt verdächtige Produkte

Die schädlichen Produkte heißen 150G Slim, A1 L-Carnitine Lepidium und Zotreem Dream. Die von Rheinland-Pfälzern über das Internet im Ausland bestellten Schlankheitsmittel fielen dem Zoll auf und wurden zur Laboranalyse an das Landesuntersuchungsamt (LUA) geschickt.

Gefährlicher Wirkstoff Sibutramin

Sibutramin wurde früher in legalen Arzneimitteln gegen Adipositas (Fettleibigkeit) unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt. Wegen gravierender Nebenwirkungen besitzt der appetithemmende Wirkstoff aber seit vielen Jahren keine Zulassung mehr. Der Grund: Sibutramin kann den Blutdruck stark erhöhen und Herzerkrankungen auslösen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka drohen gefährliche Wechselwirkungen; auch Todesfälle sind bekannt.

Auch Phenolphthalein entdeckt

Phenolphthalein wirkt abführend und soll dadurch einen schnellen Gewichtsverlust vortäuschen. Der Wirkstoff wurde wegen des Verdachts auf krebserregende Nebenwirkungen in Deutschland bereits vor vielen Jahren vom Markt genommen.

Verkauf ist strafbar

In allen drei Fällen handelt es sich um nicht zugelassene Medikamente. Solche Mittel dürfen in Deutschland nicht verkauft werden. Der Handel damit ist nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden kann.

Eine Übersicht über die Produkte, vor denen das LUA bisher öffentlich gewarnt hat, gibt es auf der  Homepage des Landesuntersuchungsamts.

Warnung vor dubiosen Angeboten

Das LUA weist in Schlankheitsmitteln immer wieder gesundheitsschädliche Substanzen nach und rät grundsätzlich davon ab, im Kampf gegen Übergewicht den Versprechen auf dubiosen Internetseiten zu glauben.

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