
Roderich Kiesewetter
Foto: dts Nachrichtenagentur
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, hat die europäische Unterstützung für den Alaska-Gipfel verteidigt.
„In Anchorage ist wenig vereinbart worden und doch viel passiert“, sagte Hardt dem Nachrichtenportal T-Online. „Eigentlich sollte der Kriegsverbrecher Putin keine solche Bühne bekommen. Aber es muss der Legende begegnet werden, dass nicht genug versucht werde, um den mörderischen Krieg Putins gegen die Ukraine zu beenden.“
Hardt betonte, dass das Treffen deshalb auch die Zustimmung der Europäer gehabt habe. „Doch außer netten Bildern war für Putin offenbar nichts zu holen. Der Kriegstreiber ging mit leeren Händen.“ Zusagen habe es wohl keine gegeben, die darbende russische Staatskasse müsse nach wie vor Sekundärsanktionen befürchten. „Die Welt ist am Tag nach Anchorage keine schlechtere.“
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sieht das deutlich anders: „Wie befürchtet, ist das Treffen in Alaska ein schwarzer Tag für die Ukraine und Europa, da über unsere Köpfe hinweg verhandelt wurde und ein Aggressorstaat für seinen Terror und seinen Vernichtungskrieg belohnt wird.“ Trumps Ankündigung, entweder einen Waffenstillstand oder verschärfte Maßnahmen gegen Russland zu verhängen, sei nicht umgesetzt worden.
„Durch die Anerkennung eines Kriegsverbrechers als Verhandlungspartner und durch die Diskussion über völkerrechtswidrige Landnahme fand zum wiederholten Male eine unnötige Aufwertung Putins durch Trump statt“, sagte Kiesewetter. „Auch dies zeigt, dass Trump nicht aufseiten Europas ist.“ Europa müsse nun massiv in die eigene Rüstungsindustrie investieren.
Der Russlandforscher Stefan Meister hat den Ausgang des Alaska-Gipfels von US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin als „Tiefpunkt der US-Diplomatie“ bezeichnet. „Es gibt keinerlei Erfolg mit Blick auf Frieden in der Ukraine, aber es gibt für Putin den Erfolg, dass er mit seiner Politik durchkommt“, sagte Meister, der in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin ein Zentrum für Osteuropa, Russland und Zentralasien leitet, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
„Putin hat Zeit gewonnen für seinen Krieg und Trump wird ihn nicht sanktionieren“, sagte Meister. „Ich hatte nicht viel erwartet von diesem Gipfel, da Putin zu keinerlei Kompromissen bereit ist. Aber es ist schlimmer gekommen: Putin als Kriegsverbrecher, der weiter täglich in der Ukraine die Zivilbevölkerung bombardieren lässt, ist von US-Präsident Trump legitimiert worden als großer internationaler Führer.“
Putin habe „seine Erzählung und damit Desinformation“ über die Ursachen des Krieges und die Ukraine verbreiten dürfen, „Trump hat ihm einen Ritterschlag gegeben“. Einem Waffenstillstand sei man dagegen „keinen Millimeter“ nähergekommen. (dts Nachrichtenagentur/red)

Diesen Artikel drucken


Anchorage – Rund drei Stunden sprachen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag in Alaska miteinander. Bei ihrem anschließenden ...
Anchorage – US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin sind am Freitag in Alaska gelandet, um sich zu einem persönlichen Gespräch ...
Berlin – Vor den Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Russland ...
Washington/Moskau – US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin wollen sich am kommenden Freitag in Alaska treffen, um über ein Abkommen zur ...
Kananaskis – US-Präsident Donald Trump verlässt den G7-Gipfel in Kanada überraschend vorzeitig. Er müsse sich um „viele wichtige Themen“ kümmern, teilte seine ...
Moskau/Jakarta – Russlands Präsident Wladimir Putin will nicht persönlich am G20-Gipfel in Indonesien teilnehmen. Stattdessen werde Außenminister Sergei Lawrow zu dem Treffen ...
Helsinki – In Helsinki hat am Montagnachmittag das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ...
London – Großbritannien wird noch am Samstag einen Sicherheitsgipfel mit Vertretern aus den USA, der Ukraine und Europa ausrichten. Das bestätigte die ...
Brisbane – Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Gipfeltreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im australischen Brisbane vorzeitig und ...
Minsk – Beim Gipfel zur Ukraine-Krise in Minsk hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine Einigung verkündet: Ab Sonntag, 15. Februar 2015, soll ...
Washington – US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme am Nato-Bündnisgipfel im Mai dieses Jahres zugesagt. Nach Angaben des Weißen Hauses versicherte Trump ...













