
Beinahe wäre es zu einem Blutbad gekommen – drei US-Amerikaner und ein Brite verhinderten den Anschlag durch mutiges Eingreifen.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Paris – Der gescheiterte mutmaßliche Attentäter aus dem Thalys-Zug von Amsterdam nach Paris war im Schengener Informationssystem (SIS) zur „verdeckten Fahndung“ ausgeschrieben.
Die deutsche Bundespolizei registrierte demnach den 25-jährigen Marokkaner Ayoub al-K. am 10. Mai bei der Ausreise über den Flughafen Berlin-Tegel mit einer Maschine der Germanwings nach Istanbul.
Eine Festnahme sei allerdings mit dem Fahndungsvermerk der französischen Behörden nicht möglich gewesen. Al-K. war den deutschen Sicherheitsbehörden allerdings nicht als militanter Islamist bekannt.
Nach Informationen der „Welt“ lagen am Montag weder beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) noch beim Bundeskriminalamt (BKA) oder beim Bundesnachrichtendienst (BND) eigene Erkenntnisse über ihn vor.
In Spanien, Frankreich und Belgien hingegen war der 1989 im marokkanischen Tetouan geborene Mann von den Geheimdiensten als radikaler Islamist eingestuft worden. Der französische Inlandsgeheimdienst DGSI soll al-K. sogar nach dessen Umzug von Spanien nach Frankreich im März 2014 auf der sogenannten „S-Liste“ für islamistische Gefährder geführt haben.
Bislang gehen europäische Sicherheitsbehörden davon aus, dass al-K. über Berlin zunächst nach Istanbul und anschließend weiter nach Syrien gereist war. Belege dafür gibt es bislang allerdings nicht.
Auch seine Rückreise gibt weiterhin Rätsel auf. Er soll sich in den vergangenen Wochen in Belgien aufgehalten haben. Dort sollen ihn die Behörden nicht als besonders gefährlich eingestuft haben.
„In Belgien sind die Behörden mit der Zahl der Extremisten schlichtweg überfordert“, sagte dazu der Terrorismus-Forscher Peter Neumann vom Londoner King`s College. Das kleine Land verfüge über eine islamistische Szene mit mehreren Hundert Personen. „Das terroristische Potenzial dort ist enorm hoch.“ (dts Nachrichtenagentur)
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