Sousse – In der Stadt Sousse im Nordosten Tunesiens ist ein Anschlag auf ein Hotel verübt worden.
Dabei sind nach Agenturmeldungen mindestens 37 Menschen getötet worden, berichtet die tunesische Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf das Innenministerium. Mindestens 36 weitere wurden verletzt.
Laut TAP und dem staatlichen Fernsehen wurden die Urlauber von bewaffneten Terroristen am Strand in der Nähe zweier Hotels überfallen. Dabei habe es einen Schusswechsel zwischen den Angreifern und Sicherheitskräften gegeben, bei dem ein Täter erschossen worden sein soll. Ein anderer drang in ein Hotelgelände ein und erschoss Gäste am Pool und in der Lobby.
Ein Angestellter eines Hotels mit Namen Hamouda sagte der Nachrichtenseite „News NBC“, Hotelgäste hätten von zwei Bewaffneten gesprochen. Sie seien „aus dem Meer gekommen“ und hätten am Strand gleich angegriffen. Er berichtete, dass die Hotelangestellten ihren angeraten hatten, auf ihre Zimmer zu gehen und dort zu bleiben. Die Identitäten der Opfer sind derzeit noch ungeklärt.
Das Auswärtige Amt hat in der Zwischenzeit einen Krisenstab eingerichtet. Auch eine Telefon-Hotline gibt es: 030 5000 3000.
„Reisenden im gesamten Land wird empfohlen, besondere Vorsicht und Wachsamkeit walten zu lassen“, heißt es vom Auswärtigen Amt.“ Die Behörde rät „angesichts der bestehenden terroristischen Gefährdung zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere in der Nähe touristischer Anziehungspunkte und religiöser Kultstätten sowie an symbolträchtigen Daten, wie zum Beispiel hohen religiösen und anderen Feiertagen.“
Sousse ist eine beliebte Ferienregion mit einer drei Kilometer langen touristisch erschlossenen Hotelzone.
Bei einem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis waren im März 25 Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Ausländer. Zu dem Attentat hatte sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt.
Steinmeier verurteilt „feigen Mordanschlag“
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Angriff auf Hotels verurteilt: „Erneut haben Terroristen in Tunesien einen feigen Mordanschlag gegen Touristen verübt“, so Steinmeier. „Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest. Dennoch müssen wir davon ausgehen, dass zahlreiche Menschen diesem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.“
Ob auch Deutsche darunter seien, sei noch unklar. „Vor drei Wochen war der tunesische Präsident Essebsi zu Gast bei uns auf dem Gipfel in Elmau. Dort haben die G7-Staaten Tunesien ihrer festen Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus versichert. Der heutige Anschlag kann uns darin nur bestärken“, so Steinmeier.
„Den Angehörigen der Opfer spreche ich mein tief empfundenes Mitgefühl aus.“ (red/dts Nachrichtenagentur)
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