Berlin – Europas Flugsicherheitsbehörde EASA erkundet die Gefahr von Hackerangriffen auf Zivilflugzeuge.
Dazu wurde zunächst ein Auftrag über die „Folgenabschätzung in Bezug auf Cyber-Sicherheitsrisiken“ an das italienische Spezialunternehmen Qascom erteilt, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf die Ausschreibung.
Die Behörde räume darin ein, dass es bislang keinen einheitlichen Wissensstand über die Auswirkungen von Cyberangriffen auf kommerzielle Verkehrsflugzeuge und die Sicherheit des Flugbetriebs gibt. Die Behörde mit Sitz in Köln hat als Zulassungsstelle eine Schlüsselstellung und könnte vorschreiben, wie der Luftverkehr künftig besser gegen Cyberangriffe geschützt werden kann.
In der Vergangenheit gab es wiederholt Berichte über angebliche Cyberattacken auf Flugzeuge. Es sei bereits gelungen, in bestimmte Elektroniknetze einzudringen. Die EASA widerspricht dem allerdings. Es seien „keine vergangenen oder laufenden erfolgreichen Cyberattacken bekannt“, sagte ein Sprecher. Bisher gebe es keine „Beweise für eine erfolgreiche Beeinträchtigung von Flugzeugsystemen“.
Auch die führenden Flugzeughersteller Airbus und Boeing hatten wiederholt betont, dass sie ihre sicherheitsrelevanten Systeme besonders geschützt haben. Bei der von der EASA beauftragten Untersuchung sollen Cyberangriffe oder sogar den Ausfall des Flight Management Systems (FMS) durchleuchtet werden, also des Herzstücks für die Navigation, Flugsteuerung und den Autopiloten.
Zudem werde die Manipulation von Satelliten-Navigationsdaten untersucht, also das Verfälschen oder Vortäuschen von GPS-Signalen in verschiedenen Flugphasen. Nach EASA-Angaben sind auch praktische Übungen in einem Flugsimulator samt Cyberattacken geplant. (dts Nachrichtenagentur)

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