Dienstag, 18. Juni 2024

Serien-Einbrecher Vogelpark Wörth in der Nacht gefasst

28. Mai 2024 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Schneeeule Smilla setzte sich beim letzten Einbruch tapfer zur Wehr.
Foto: über Vogelpark Wörth

Wörth (aktualisiert) – In der Nacht auf den 28. Mai 2024 wurden die Einbrecher gefasst, die den Vogelpark Wörth bereits mehrmals heimgesucht hatten.

In einer Serie von Einbrüchen in den letzten Wochen hatten sie über 70 wertvolle Ziervögel gestohlen. Besonders tragisch war die schwere Verletzung einer Schneeeulendame, die sich tapfer gegen die Eindringlinge zur Wehr gesetzt hatte und dabei schwer am Auge verletzt wurde.

Nach den Einbrüchen hatte der Verein viel Unterstützung erfahren und sich eine Videoüberwachungsanlage angeschafft. In der Nacht der Festnahme wurde über die Überwachungsanlage beobachtet, wie sich die Einbrecher erneut am Gelände zu schaffen machten. Die Polizei wurde sofort informiert. Die Beamten konnte zwei Personen verhaften, wie ein Sprecher auf Nachfrage des Pfalz-Express bestätigte. Zudem wurden auch Hausdurchsuchungen durchgeführt. Möglicherweise gibt es Auftraggeber oder Hintermänner.

Mutmaßliche Täter sehr jung

Bei den Tätern soll es sich um einen 20-Jährigen und einen 15-Jährigen aus dem Raum Karlsruhe handeln, wie Polizei und Staatsanwaltschaft dann am frühen Nachmittag mitteilten. Weitere Angaben zu den Personen machten die Behörden nicht. Etliche Vögel hatten die Beiden bereits in Säcke gesteckt, wie der Verein dem Pfalz-Express schilderte. Sie wurden befreit und dem Verein zurückgegeben.

Bei den anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen wurden nochmals zwei Vögel in einer Wohnung gefunden. Der Verbleib der übrigen ca. 60 Vögel bleibt bislang ungeklärt. Erste Ermittlungen führten zu einem weiteren 19-jährigen möglichen Tatbeteiligten aus dem Raum Wörth.

Gegen die Täter wird wegen besonders schweren Fällen des Diebstahls und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die beiden vorläufig Festgenommenen entlassen bzw. an eine erziehungsberechtige Person übergeben. 

Hintergründe der Einbrüche

Bei den Einbrüchen konzentrierten sich die Diebe hauptsächlich auf exotische Arten wie Kanarienvögel, Wellensittiche und Papageien, die bei Besuchern aller Altersgruppen beliebt sind. Zwei Wellensittiche blieben verwaist zurück und werden nun vom zweiten Präsidenten und Zuchtwart des Parks mit großer Sorgfalt und Pipettenfütterung aufgepäppelt.

Der Verlust der Vögel stellte für den Vogelpark einen schweren Schlag dar, dessen Ziel es ist, die Erhaltung und Nachzucht gefährdeter Vogelarten zu unterstützen. Die Diebstähle gefährdeten nicht nur diese Bemühungen, sondern beeinträchtigten auch die finanzielle Stabilität des Vereins, der sich der Pflege und dem Schutz von heimischen und exotischen Vogelarten verschrieben hat.

Emotionale und finanzielle Folgen

Die Taten haben nicht nur finanzielle Einbußen verursacht, sondern auch eine tiefe emotionale Wunde in der Gemeinschaft des Parks hinterlassen. Der Vogelpark Wörth ist ein beliebter Treffpunkt und zieht Besucher aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland an.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Als Reaktion auf die Einbrüche sah sich die Vorstandschaft des Parks gezwungen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der verbliebenen Tiere zu gewährleisten, die durch die Einbrüche in der Brutzeit stark verstört waren. Die Anschaffung der Videoüberwachungsanlage erwies sich als entscheidend, um die Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen und zu verhaften. (cli)

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