Freitag 17.Juli 2026

Schutzquote für männliche Afghanen in Deutschland sinkt drastisch

5. August 2025 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Aufnahme aus der Hauptstadt Kabul. Besonders Männer haben in Afghanistan kaum etwas zu befürchten, im Gegensatz zu Frauen.
Leserfoto für Pfalz-Express

Nur noch ein Bruchteil der männlichen afghanischen Asylbewerber erhält in Deutschland Schutz. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Demnach betrug die Schutzquote männlicher Afghanen im ersten Halbjahr dieses Jahres 38,6 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des Vorjahres lag die Quote demgegenüber bei 95,7 Prozent, im Gesamtjahr 2024 bei 91,4 Prozent. Der bisherige Tiefststand der Schutzquote bei männlichen Afghanen wurde im Juni 2025 mit nur noch 33,7 Prozent erreicht.

In dem Papier bestätigt die Bundesregierung auch, dass es regelmäßige Kontakte „auf technischer Ebene mit Vertretern der De-facto-Regierung in Afghanistan“ gebe. Eine Anerkennung derselben sei damit aber nicht verbunden.

Clara Bünger, innenpolitische Sprecherin der Linken, hält den Rückgang der Schutzquote für afghanische Männer von fast 100 auf etwa 33 Prozent binnen 18 Monaten für „alarmierend“. Sie verweist darauf, dass sich die Lage in Afghanistan laut Bundesregierung weiter verschlechtert habe, sieht aber keine nachvollziehbare Begründung für den Kurswechsel beim Bamf. Stattdessen vermutet sie politischen Druck, Geflüchtete härter zu behandeln. Sie spricht von „pauschalen Ablehnungen“ und „Qualitätsmängeln“ in der Asylpraxis. Dabei zählt gerade diese Gruppe in der Realität häufig nicht zu den besonders Schutzbedürftigen. 

Derzeit leben in Deutschland nach Auskunft der Bundesregierung knapp 11.200 ausreisepflichtige afghanische Staatsangehörige, davon sind rund 9.700 männlich, 1.450 weiblich und knapp 1.500 minderjährig. Etwa 9.500 haben eine Duldung. Die meisten Ausreisepflichtigen leben in Bayern (knapp 1.800). (dts Nachrichtenagentur / red)

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