Montag 12.Oktober 2026

Schengen vor dem Aus? Meloni fordert Konsequenzen für Spanien nach Migranten-Ansturm auf Ceuta

31. Juli 2026 | Kategorie: Nachrichten

In den vergangen Tagen sind zehntausende Migranten über den Meerweg nach Ceuta gekommen. Foto: David Valverde/Unpslash

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fordert nach dem massiven Ansturm von Migranten auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla Konsequenzen für Spanien.

Sollte Madrid die EU-Außengrenze nicht wirksam sichern, müsse nach ihrer Auffassung auch über eine Aussetzung der Schengen-Regeln gegenüber Spanien gesprochen werden.

Ausnahmezustand in Ceuta

Auslöser der Debatte sind vor allem die Ereignisse in Ceuta. Innerhalb weniger Tage haben zehntausende Migranten von Marokko aus die spanische Exklave erreicht. Die Mehrheit entschied sich für den gefährlichen Weg durch das Meer. Mindestens 19 Menschen kamen dabei schon ums Leben, zahlreiche weitere gelten als vermisst. Nach anfänglichem Zögern verstärkte Spanien gestern den Grenzschutz mit Militär, auch Polizei und Guardia Civil sind im Einsatz. 

Gerichtsurteil sorgt für Diskussion

Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs (Tribunal Supremo). Die Richter entschieden, dass Migranten, die Ceuta oder Melilla schwimmend erreichen, nicht sofort nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen. Stattdessen müssen die Behörden zunächst ein individuelles Verfahren durchführen. Dabei werden unter anderem die Identität festgestellt und mögliche Asylgründe geprüft.

Meloni erhöht den Druck auf Madrid

Für Giorgia Meloni zeigt die Entwicklung, dass der Schutz der europäischen Außengrenzen dringend verbessert werden muss. Mit ihrer Forderung nach möglichen Schengen-Konsequenzen für Spanien hat sie eine europaweite Debatte ausgelöst. Ein vollständiger Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum ist rechtlich zwar nicht vorgesehen, unter bestimmten Voraussetzungen können die Schengen-Regeln jedoch eingeschränkt und wieder Grenzkontrollen eingeführt werden.

Die spanische Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez reagierte empört und bestellte den italienischen Botschafter ein. 

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