
Symbolbild Quelle Pfalz-Express
Biblis. Am 11. Dezember ist der dritte der vier Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis kontrolliert zum Einsturz gebracht worden.
Um 14:07 Uhr brach der 80 Meter hohe Betonkoloss in sich zusammen, begleitet von einer gewaltigen Staubwolke, die bis in die umliegenden Dörfer reichte. Es war ein Moment, der an die Vergänglichkeit von Industrieepoche und den unaufhaltsamen Fortschritt der Energiewende erinnert.
Das Kraftwerk Biblis, einst das größte seiner Art in der Welt mit einer Leistung von über 5.000 Megawatt, war ein Wahrzeichen der deutschen Atomenergie. Die beiden Druckwasserreaktoren gingen 1974 und 1976 ans Netz und versorgten Millionen Haushalte mit Strom. Doch die Katastrophe von Fukushima 2011 markierte das Ende: Wie alle deutschen AKWs wurde Biblis 2011 stillgelegt.
Seit 2017 läuft der aufwendige Rückbau unter der Leitung von RWE – ein Prozess, der bis 2030 andauern und Milliarden kosten soll. Die Kühltürme selbst, die den Rhein bei Hitze vor zu viel Wärme schützten, kamen nie mit radioaktivem Material in Berührung, was den Abriss erheblich vereinfacht.
Der Einsturz des dritten Turms – der linke der verbliebenen beiden aus Block B – erfolgte nicht durch Sprengung, sondern durch präzises Hämmern unbemannter Bagger gegen die Stützpfeiler. Es blieb ein Schuttberg von rund 15.000 Tonnen, der recycelt und zu Schotter für neue Bauprojekte wird. Der erste Turm fiel bereits im Februar 2023, der zweite folgte später im selben Jahr. Verzögerungen gab es durch Vogelschutzvorschriften und Asbestsanierungen, doch nun ist nur noch ein letzter Turm übrig, der voraussichtlich im Januar 2026 folgen wird.
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