Rheinzabern – Vom 12. November 2017 bis 28. Januar 2018 ist im Terra-Sigillata-Museum eine Ausstellung zu sehen, die sich mit der Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland befasst.
Sie möchte dem immer noch verbreiteten Mangel an Informationen über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion begegnen. Und sie will den zahlreichen Vorurteilen über diese Bevölkerungsgruppe fundiertes Wissen gegenüberstellen.
Der erste Teil der Ausstellung konzentriert sich auf die über zweihundertjährige Geschichte, die seit der Auswanderung von über 200.000 Deutschen nach Russland – unter ihnen viele Familien aus Rheinland-Pfalz im Russischen Zarenreich – vergangen sind.
Sie zeigt an einzelnen Beispielen, mit welchem Fleiß und Erfindungsgeist diese Siedler es nach kurzer Zeit zu ansehnlichem Wohlstand gebracht haben. Vorgestellt werden die sechs großen deutschen Siedlungsgebiete in Russland, an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, in Bessarabien, im Baltikum und in Wolhynien.
Die Wanderausstellung „Deutsche in Russland. Geschichte und Gegenwart“ zeigt aber auch eindringlich, welchen Benachteiligungen und Verfolgungen (insbesondere im 20. Jahrhundert) diese deutsche Bevölkerungsgruppe ausgesetzt war. Das waren nicht nur Angriffe auf Leib und Leben, sondern auch die Versuche, den Nachfahren der deutschen Einwanderer deren Sprache und Kultur in den deutschen Siedlungsgebieten in Russland auszutreiben.
Der zweite Teil der Ausstellung befasst sich mit der Rückkehr der Deutschen aus Russland in das Land ihrer Vorfahren, die insbesondere nach 1988 in Gang gekommen ist. Er geht auf Aufnahme und Integration der Deutschen aus Russland als Erfolgsgeschichte in Deutschland ein, auf die Probleme und das viele Positive, das darüber zu berichten ist.
Die Ausstellung ist Teil eines Projekts, das vom Bundesministerium der Inneren (BMI) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert wird.
Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 12. November 2017, um 14 Uhr, im Terra-Sigillata-Museum 76764 Rheinzabern, Hauptstr. 35.
Die Grußworte sprechen Philipp Schmitt, Leiter des Terra-Sigillata-Museums Rheinzabern, Gerhard Beil, Ortsbürgermeister der Gemeinde Rheinzabern und Dr. Fritz Brechtel, Landrat des Landkreises Germersheim.
Projektleiter Jakob Fischer, selbst Deutscher aus Kasachstan, führt mit einer Power-Point-Präsentation in die Ausstellung ein und zeigt auf Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland.
Er informiert mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte dieses leidgeprüften Volkes, benennt Beispiele von Zusammenleben, von glücklichem Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat, verständnisvollem Miteinander.
Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch deutsche Volkslieder, die von Deutschen in Russland gesungen wurden.
Der Eintritt ist frei.
Rückfragen und Anmeldung für Führungen durch die Ausstellung: Jakob Fischer, Tel. 0171 – 40 34 329, Email: J.Fischer@LmDR.de.
www.deutscheausrussland.de; www.lmdr.de; Facebook: http://facebook.de/lmdr.ev

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