
Symbolbild: Rupert Kittinger-Sereinig / Pixabay
Kunststoffe finden häufig ihren Einsatz beim Bauen und Sanieren ihren Einsatz. Gerade in Zeiten steigender Baumaterialkosten bieten Kunststoffe eine günstige Alternative zu herkömmlichen Materialien wie Holz oder Aluminium.
Sie sind vielseitig verwendbar und überzeugen auch durch weitere Vorteile. Doch Vorsicht, denn es gibt verschieden Kunststoffarten, die sich gravierend voneinander unterscheiden.
Verschiedene Kunststoffarten für unterschiedliche Einsätze
Kunststoffe werden in drei Hauptarten einsortiert: kristallines Duroplast mit besonders hohem Härtegrad, thermoplastische Kunststoffarten und Elastomere als weichere, elastische Kunststoffe.
Duroplasten verfügen über eine sehr hohe Dichte und einen hohen Härtegrad, sodass ein Erweichen unmöglich wird. Das bringt den Vorteil der immensen Festig- sowie Steifigkeit und Formbeständigkeit selbst bei hohen Temperaturen. Durch einen geringen Ausdehnungskoeffizienten liegt eine hohe Maßstabilität für dauerhafte Passformen, was zusätzlich Beschädigungen vorbeugt und die Lebensdauer des Materials erhöht.
Thermoplasten unterscheiden sich von Elastomeren und Duroplasten durch ihre Aufschmelzbarkeit mittels Wärme. Sie können beliebig oft in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden. Der Härtegrad hängt von der jeweiligen Zusammensetzung sowie der Zersetzungstemperatur ab und reicht von besonders teilkristallin-hart über flexibel bis zum flüssigen Zustand.
Zu den bekanntesten Untergruppen von Thermoplasten zählt das Polyethylen (PE), aus dem unter anderem recycelbare Getränkeflaschen hergestellt werden. Polytetrafluorethylen (PTFE) ist ein thermoplastischer Hochleistungskunststoff, der unter dem Begriff „Teflon“ bekannt ist. Alle Thermoplastenarten zeichnen durch eine zuverlässige Temperaturbeständigkeit aus.
Elastomere sind elastisch und dennoch formfest, sodass sie sich im ausgehärteten Zustand mittels Druck- und Zugbelastungen verformen. Lassen Druck und Zug nach, gelangen Elastomere zurück in ihre Ausgangsform. Je häufiger eine Verformung erfolgt und schlechter die Qualität ist, desto mehr lässt die Elastizität nach.
Kunststoff-Einsatz beim Bauen, Sanieren und Renovieren
Grundsätzlich ist zu beachten, dass alle Kunststoffarten bei bestimmten Temperaturen brennbar sind und sich deshalb nicht für den Einsatz als tragende Elemente eigenen.
Besonders stechen als Baumaterial thermoplastische Kunststoffarten und Duroplasten hervor, die deutlich hitzebeständiger als Elastomere sind. Verwendung finden sie hauptsächlich als Verbundstege (Polyamid), Dichtungsfolie, -profile und – bänder, sowie als elastische Dichtungs- und Wärmedämmstoffe.
Duroplast kann zudem in der Elektroinstallation zum Einsatz kommen, während Polyvinylchlorid (PVC) ein langlebiges, robustes Material für Rohre und Fußbodenbeläge ist. Letzteres wird auch aus Elastomere angeboten. Diese eignen sich insbesondere gut für nachgebende Untergründe, wie beispielsweise auf alten, verzogenen Holzbohlen.
Wer ein Gartenhaus oder eine Kinderrutsche aus Kunststoff bauen möchte, sollte grundsätzlich auf harte thermoplastische Kunststoffarten setzen, weil sie am besten den Witterungseinflüssen standhalten.
Plexiglas anstelle Glas
Soll in Türen das Glas ausgewechselt werden oder Zwischenwände aus Glas erstellt werden? Dann bietet der transparente thermoplastische Kunststoff „Polymethylmethacrylat“ (PMMA) als sogenanntes Acrylglas eine kostengünstige Alternative zum herkömmlichen Glas. Das Material ist deutlich günstiger und 30 Mal härter als Glas. Dementsprechend bricht es nicht so schnell und das Risiko von Verletzungen durch Glasbruch sinkt spürbar.
Fazit
Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Als Verwendung zum Bauen und Sanieren sollte deshalb stets auf die Kunststoffart geachtet werden, um von dem passenden Kunststoff auch langfristig dem jeweiligen Bedarf entsprechend, profitieren zu können. Thermoplastische Kunststoffarten bieten hierbei eine flexible Auswahl für jeden Anspruch und bestechen durch ihren vielseitigen Einsatz.
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