Montag 12.Oktober 2026

Raffinierter Betrug beim Autoverkauf in Waldsee: Käufer täuscht Getriebeschaden mit OBD-Manipulation vor

4. Januar 2026 | Kategorie: Rhein-Pfalz-Kreis

Symbolbild: Pfalz-Express

Waldsee. Ein 39-jähriger Mann aus Waldsee ist Opfer einer dreisten Betrugsmasche geworden. Bei dem Versuch, seinen gut erhaltenen Mercedes-Kleinbus privat zu verkaufen, ließ er sich von einem vermeintlichen Interessenten aus Frankfurt um einen erheblichen Betrag prellen.

Die Polizei ermittelt nun wegen Betrugs.

Am 30. Dezember 2025 inserierte der Verkäufer seinen intakten Mercedes-Kleinbus zum Verkauf. Ein Interessent aus Frankfurt meldete sich prompt und vereinbarte eine Besichtigung mit Probefahrt.

Während der Testfahrt ließ der Verkäufer den potenziellen Käufer kurzzeitig allein mit dem Auto. Kurz darauf gab es Probleme mit dem Fahrzeug: Es lief nicht mehr rund, und der Interessent diagnostizierte einen schweren Getriebeschaden.

Trotzdem zeigte er weiterhin Kaufinteresse – aber nur zu einem deutlich reduzierten Preis. Der Verkäufer ließ sich auf den niedrigeren Preis ein und übergab den Mercedes im zugelassenen Zustand inklusive Kennzeichen und Fahrzeugpapieren.

Vereinbart wurde, dass der Käufer das Fahrzeug innerhalb von zwei Tagen auf sich ummeldet. Am 2. Januar 2026 stoppten Frankfurter Polizisten den Kleinbus bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle. Die Beamten wunderte, dass das Fahrzeug entgegen der Vereinbarung noch nicht umgemeldet war.

Bei den anschließenden Ermittlungen kam der Verdacht auf: Der Käufer soll während der unbegleiteten Phase der Probefahrt einen Adapter oder Stecker an die OBD-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) im Fußraum des Fahrzeugs angeschlossen haben.

Dadurch wurde eine Fehlfunktion simuliert, die einen Getriebeschaden vortäuschte und den Preisdruck erzeugte. Der geschädigte Verkäufer aus Waldsee entdeckte wenig später im Internet ein Inserat für „sein“ Fahrzeug – nun zu einem etwa dreifach höheren Preis angeboten. In der Beschreibung hieß es vollmundig: „Motor und Getriebe laufen sehr gut!“

Die Polizei warnt vor ähnlichen Maschen beim Privatverkauf von Gebrauchtwagen. Experten raten, Probefahrten niemals unbeaufsichtigt zu gestatten und bei plötzlichen „Defekten“ während der Fahrt misstrauisch zu werden.

Die Ermittlungen gegen den unbekannten Täter laufen auf Hochtouren. Zeugen oder Geschädigte ähnlicher Fälle werden gebeten, sich bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle zu melden.

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