
Foto: Pfalz-Express
Im Kreis Germersheim bleibt es bislang bei zwei Verdachtsfällen mit der neuen Corona-Omikron-Variante.
Das teilte die Kreisverwaltung dem Pfalz-Express auf Anfrage mit. Ein Verdachtsfall betrifft einen Schüler der Klassenstufe 11 der IGS Rülzheim, der andere Verdachtsfall ist ein Erwachsener. Die beiden Personen hatten keinerlei Kontakt zueinander. Eine endgültige Bestätigung gibt es in beiden Fällen (noch) nicht. Als Verdachtsfall gilt, wenn nicht zu 100 Prozent bestätigt werden kann, dass es sich um die mutierte Omikron-Mutation handelt.
Proben werden vorsequenziert
Alle im Landkreis erhobenen Proben werden in ein Labor in Baden-Württemberg geschickt. Dort werden sie vorsequenziert. Gibt es eine Auffälligkeit, beauftragt der Kreis die tiefergehende Sequenzierung.
Derzeit befinden sich im Kreis etwa 1.88 Personen in Quarantäne. Die Zahl der Kontaktpersonen ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt, da die sogenannten „Indexfälle“ ihre Kontaktpersonen seit einiger Zeit selbst informieren müssen. Allein wegen des IGS-Verdachtsfalls sind etwas mehr als 100 Personen in Quarantäne.
Im Kreis ist die „Omikron-Lage“ also im Augenblick noch relativ entspannt. Wissenschaftler und Experten warnen jedoch vor einer massiven Omikron-Welle, da die Variante sehr viel ansteckender ist als die momentan vorherrschende Delta-Variante. Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung empfahl der Politik am 19. Dezember, zeitnah Kontaktbeschränkungen umzusetzen.
Massive Omikron-Welle erwartet
Ausgangspunkt der Empfehlungen ist die Einschätzung der Wissenschaftler, dass Omikron „mehrere ungünstige Eigenschaften“ in sich vereine. Sie infiziere in kürzester Zeit deutlich mehr Menschen und betreffe auch Genesene und Geimpfte mehr als Delta oder andere Varianten. Das könne zu einer „explosionsartigen Verbreitung“ führen.
Die Forscher verweisen auf Großbritannien, Dänemark, Norwegen und die Niederlande. Dort sei eine nie dagewesene Verbreitungsgeschwindigkeit mit Omikron-Verdopplungszeiten von etwa eineinhalb bis drei Tagen beobachtet worden. Die Stadt London hat mittlerweile den Katastrophenfall ausgerufen. Zu viele Krankmeldungen könnten zu Engpässen bei der kritischen Infrastruktur wie Feuerwehr, Polizei und Pflegepersonal führen.
Ob Omikron einen milderen Krankheitsverlauf verursacht, ist noch nicht abschließend geklärt. Klar scheint nach ersten Studien aber, dass der Impfschutz gegen die Omikron-Variante schnell nachlässt und auch immune Personen erkranken. Der Schutz vor schwerer Erkrankung bleibe wahrscheinlich teilweise erhalten, hieß es. (cli)
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