Montag, 04. Juli 2022

Biontech-Studie: Booster wirken auch gegen Omikron – Virologin Ciesek: Impf-Antikörper wirken bei Omikron kaum

8. Dezember 2021 | Kategorie: Nachrichten, Wissenschaft

Impfspritze mit Impfstoff von Biontech.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Mainz  – Widersprüchliche Interpretationen gibt es derzeit von Wissenschaftlern in Bezug auf die Impf-Wirksamkeit gegen die neue Corona-Mutation Omikron. Obwohl sich die Ergebnisse größtenteils ähneln, werden sie unterschiedlich ausgelegt. 

So teilte das Mainzer Unternehmen Biontech mit, dass Auffrischungsimpfungen mit seinem Corona-Impfstoff Comirnaty wohl auch Schutz gegen die neue Omikron-Variante böte.

Eine vorläufige Studie habe ergeben, dass die durch den Wirkstoff hervorgerufenen Antikörper Omikron nach drei Dosen neutralisiere, so Biontech am Mittwoch.

Blutseren von Personen, die zwei Dosen des derzeitigen Impfstoffs erhalten haben, zeigten allerdings im Vergleich zum ursprünglichen Wildtyp ein durchschnittlich mehr als 25-fach reduziertes Neutralisierungspotenzial gegenüber Omikron. Dies deute darauf hin, dass zwei Dosen keinen „ausreichenden Schutz“ gegen eine Infektion mit Omikron bieten, so Biontech.

Biontech weist auch auf die T-Zell-Antwort nach der Impfung hin. Diese spezialisierten Zellen der Immunabwehr erkennen demnach nach der Impfung ebenfalls das Spike-Protein des Virus. Laut den Unternehmen sind 80 Prozent der Oberflächenmerkmale, die die T-Zellen erkennen, bei Omikron unverändert. Die tatsächliche Wirksamkeit gegen Omikron werde man „weltweit genau beobachten“.

Biontech-Chef Ugur Sahin sagte zu den Studienergebnissen, dass eine Auffrischungsimpfung immer noch einen „ausreichenden Schutz“ gegen eine durch die Omikron-Variante ausgelöste Erkrankung „jeglicher Schwere“ bieten könne.

Die Entwicklung eines variantenspezifischen Impfstoffs soll aber weitergehen. Man gehe davon aus, den Impfstoff bis Ende März 2022 bereitstellen zu können, sofern eine Anpassung notwendig sein sollte, hieß es.

Virologin Ciesek: Impf-Antikörper wirken bei Omikron kaum

Indes gibt es eine gegenteilige Auslegung von Virologin Sandra Ciesek. Neue Forschungsdaten deuteten darauf hin, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe bei der Omikron-Variante einen deutlich geringeren Impfschutz böten, twitterte sie am Mittwoch.

In einer entsprechenden ersten Untersuchung zeigte sich demnach, dass bei Impfungen mit zwei Mal Biontech, zwei Mal Moderna oder der Kombination von Astrazeneca und Biontech nach sechs Monaten bei Omikron keine Neutralisation durch die Antikörper mehr stattfindet.

Bei drei Mal Biontech wird drei Monate nach dem „Booster“ noch 25 Prozent Neutralisation gemessen. Bei der Delta-Variante sind es laut Ciesek zu diesem Zeitpunkt 95 Prozent. Es handele sich um eine bis zu 37-fache Reduktion bei Omikron gegenüber Delta.

„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omicron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, schreibt die Virologin weiter. Die Daten könnten aber nichts dazu aussagen, ob man weiterhin vor einem schweren Verlauf geschützt ist, fügte sie hinzu. Dabei spielten zum Beispiel auch die sogenannten T-Zellen eine Rolle. (red/dts Nachrichtenagentur)

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