
Coronabedingt konnte es nur eine kleine Feier mit den Beteiligten geben.
Foto: stadt nw
Neustadt. Zahlreiche Akteure, ein ambitioniertes Projekt und vor allem ein gemeinsames Ziel – im Beisein von Oberbürgermeister Marc Weigel wurde der erste Bauabschnitt des Projektes „Wasser in die Stadt“ der Öffentlichkeit präsentiert.
„Das Ergebnis der Umgestaltung im Bereich zwischen Kriegerdenkmal und
Laustergasse ist ein Meilenstein für die Innenstadtentwicklung und kommt
trotz einiger Wochen Verzögerung genau zum richtigen Zeitpunkt, denn nach
dem Brechen der dritten Corona-Welle zieht es die Menschen wieder in unsere schöne Innenstadt und dort können sie nun diese tolle bauliche Aufwertung erleben“, so Oberbürgermeister Marc Weigel.
„Wasser in die Stadt“ ist aber auch ein besonders gelungenes Beispiel des partnerschaftlichen Miteinanders von bürgerschaftlichen Initiativen und der Stadtverwaltung, daher geht ein besonderer Dank an die Verantwortlichen der Bürgerstiftung und des Lions Clubs“, betont Weigel.
Zwischen Baubeginn und Fertigstellung liegen rund 12 Monate. Ins Leben ge-
rufen wurde die Projektidee zu „Wasser in die Stadt“ bereits im Jahr 2014
durch die Bürgerstiftung und den Lions Club Neustadt. Vor genau fünf Jahren wurde das Vorhaben dann beim „Ball für Neustadt“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ziel des Projektes war und ist es, dass kleine Wasserläufe in der Innenstadt
den Verlauf des alten Speyerbachs nachzeichnen und dadurch wieder Wasser
in der Stadt sichtbar und erlebbar gemacht wird. Dies soll das Stadtbild auf-
werten und die Attraktivität der Innenstadt erhöhen. Dieses Ziel wurde definitiv erreicht. Ein Bachlauf und ausreichend Sitzmöglichkeiten laden die
Bürger sowie Gäste der Stadt künftig zum Verweilen ein.
„Wenn ich heute die Bilder vor Beginn der Baumaßnahme und nach dem ersten Testlauf mit gefüllten Wasserläufen betrachte, dann sehe ich das Projekt als sehr gelungen an und es macht mich stolz, neben dem Planungsbüro und vor allem den fleißigen Arbeitern an der Umsetzung des Projektes beteiligt gewesen zu sein“, so Kerstin Baum, Projektleiterin in der Tiefbauabteilung.
Seitens der Stadt wurde die Projektidee von Anfang an unterstützt. 2018
stimmten die Mitglieder des Stadtrates dem Bau des ersten Abschnittes vom
Kriegerdenkmal bis zur Laustergasse zu.
Am 2. Juni 2020 fiel der Startschuss zur Umsetzung des Projektes. „Während der Bauphase traten zahlreiche unvorhersehbare Probleme, beginnend mit den Überresten der damaligen Uferbefestigung des Speyerbachs, der Bergung eines zweiten unbekannten alten Tanks unter der ehemaligen Grünfläche vor der Rheinpfalz Redaktion, einen unbekannten Fehlanschluss an den Regenwasserkanal und vor allem immer wieder Knackpunkte im Zusammenhang mit der Klemmhof- Tiefgarage auf“, so Baum.
Trotz aller Hindernisse wurden die Herausforderungen angenommen und die Probleme in guter Zusammenarbeit mit zahlreichen Beteiligten,
wie beispielsweise der Stadtwerke Neustadt an der Weinstraße GmbH und
dem Eigenbetrieb Stadtentsorgung (ESN) gelöst. So konnten Stillstandzeiten
weitestgehend vermieden werden.
Der erste Bauabschnitt ist nun fertig. Damit die neue Gestaltung auch noch in vielen Jahren Freude schenkt, wünscht sich die Projektleiterin, dass die Neu-
stadter Bürger sowie Gäste der Stadt mithelfen, dass der Bereich Klemmhof-Laustergasse ein schöner Aufenthaltsbereich bleibt.
Kleine Kunstwerke des Neustadter Künstlerehepaares Rumpf werden die Vor-
geschichte der Elwedritsche darstellen. Mit dieser künstlerischen Ausgestal-
tung, die von Bürgerstiftung und Lions Club gestiftet wird, soll das Gesamtbild entlang des Wasserlaufs im Spätsommer vollendet werden.
„Das schöne an dem Projekt „Wasser in die Stadt“ ist, dass hier eine bürger-
schaftliche Initiative durch die Stadtverwaltung konsequent umgesetzt wird.
Das wird sicherlich eine langfristige Belebung der Innenstadt zur Folge haben“, betont Prof. Dr. Frank Sobirey, Vorsitzender des Kuratoriums der Bürgerstiftung Neustadt und Präsident der Lions Hilfe Neustadt.
Aktuell belaufen sich die Kosten des ersten Bauabschnitts auf rund 1.950.000
Euro, darin enthalten sind unter anderem auch Ingenieurhonorare, Baugrundgutachten und Vermessungsleistungen. 2017 wurde die Maßnahme im Rahmen der Städtebaufördermaßnahme zur Förderung eingereicht und bewilligt.
Aus dem Programm „Stadtumbau West“ fließen 816.000 Euro. „Durch „Was-
ser in die Stadt“ kann das Wasser aus dem Klemmhof, welches seit Jahren
abgepumpt und abgeleitet werden muss, sinnvoll verwendet werden, ohne
dass zusätzliche Kosten entstehen, dies ist ein besonderer Charme der Pro-
jektidee“, so Sobirey.
Der Planungsentwurf sieht weitere Projektabschnitte vor. Demnach sollen Ar-
beiten am Juliusplatz neben dem Rathaus folgen.
Auch hier wird das Thema Wasser eine zentrale Rolle spielen. Ein erster Planungsentwurf des Architekturbüros Hofmann-Röttgen für das „grüne Dreieck“ wurde bereits durch die Bürgerstiftung finanziert.
(Interview mit Professor Sobirey folgt demnächst.)

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