Dienstag 13.Oktober 2026

Neuer Schulleiter am Goethe-Gymnasium in Germersheim: Was Martin Stein antreibt

18. September 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim

Schulleiter Martin Stein ist Lehrer mit Leib und Seele.
Foto: GGG

Germersheim – Am 18. August 2025 trat Martin Stein offiziell die Stelle als neuer Schulleiter des Goethe-Gymnasiums in Germersheim an (wir berichteten). Zuvor war Stein stellvertretender Schulleiter und zuständig für Organisation, Haushalt, Terminplanung und Studientage.

In der Einführungsfeier am 15. September 2025 in der Aula machte Stein gleich deutlich, wie er die Schule führen will.

„Häufig werden Schulleiter mit Kapitänen verglichen. Ich möchte nicht diesen Anspruch erheben! Ich bin Spielertrainer, nicht Trainer, nicht Kapitän“, sagt er. Stein ergänzt: „Ich bin Teil der Mannschaft, gebe taktische Vorgaben, kann mich herausnehmen, will motivieren, manchmal den Elfmeter schießen, muss Richtung geben, greife Impulse aus der Mannschaft auf, will die Schule so leiten, dass alle eingebunden sind, Schule als einen Ort erfahren, der von allen gerne aufgesucht wird. Ein entspannter Ort ohne Druck ist Schule nicht, aber die Schülerinnen und Schüler sollen gerne in die Schule kommen. Angelehnt an den finnischen Glücksforscher Frank Martela: Es geht nicht darum glücklich zu machen, sondern die Quellen des Unglücklichseins zu beseitigen. Glück kann nicht verordnet werden, sondern Hindernisse müssen identifiziert und beseitigt werden. Ich bin Lehrer aus Leidenschaft, will zuhören und sprechen, will gemeinsames Lösen von Problemen.“

Demokratie sei heute keine Selbstverständlichkeit, erklärte Stein weiter. Er habe selbst 11 Jahre in einer Diktatur gelebt, eine glückliche Kindheit gehabt, aber auch Entbehrungen erfahren. „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind für die Demokratieerziehung zentrale Ziele“, betonte er. Aufgabe der Schule sei es, junge Menschen zu mündigen Bürgern zu machen, Räume für Diskussion zu schaffen und Vielfalt zu leben.

Viele Gäste, viele Reden

Die Feier zog zahlreiche Gäste an: Politik, Verwaltung, aktuelle und ehemalige Lehrkräfte und natürlich die Schüler. Zu Beginn überbrachte Andreas Bommer, leitender Regierungsdirektor der ADD Neustadt, Grüße von Bildungsminister Sven Teuber (SPD) und ADD-Präsident Thomas Linnertz. Anschließend würdigte er Steins beeindruckende Vita und verglich das Amt des Schulleiters mit der Arbeit eines Gärtners: Bestandsaufnahme, Pflege und Gestaltung zugleich.

Landrat Martin Brandl und Bürgermeister Marcus Schaile betonten die Bedeutung des GGG für den Landkreis und die Stadt und hoben Steins erfolgreiche Projekte hervor, etwa „Goethe Goes Green“, Stadtradeln und die Städtepartnerschaften.

Dr. Kerstin Bienroth vom Freundeskreis überreichte ein Geschenk, und SEB-Vorsitzender Kilian Kunz lobte Steins Energie, strategisches Denken und den Mix aus Berliner Humor und pfälzischer Gelassenheit.

Schüler präsentierten Videos und Poetry-Slam-Beiträge, die Steins Engagement und Vertrauen in die jungen Menschen würdigten. Lehrer würdigten seine langjährige Arbeit, seine klare Zielsetzung und seinen Blick für das Umfeld.

Das kulturelle Rahmenprogramm reichte von Theaterbeiträgen der Theater-AG über Musikdarbietungen des Unterstufenchors, des Schulorchesters und des Percussion-Ensembles bis hin zu humorvollen Aktionen wie „Superman Martin Stein“.

Foto: GGG

Ausblick

In seinen Schlussworten bedankte sich Stein bei seinen Vorgängern, bei den Sekretärinnen Christine Betzer und Ulrike Pirron-Settelmeier, der erweiterten Schulleitung und den Eltern für das Vertrauen.

„Ohne die Verwaltung durch die Sekretärinnen sei der alltägliche Wahnsinn nicht bewältigbar“, betonte er. Am GGG gebe es nette Schülerinnen und Schüler, eine konstruktive Elternschaft, einen Freundeskreis, der bedürftige Familien unkompliziert unterstütze, eine Stadt, mit der er sehr gut zusammenarbeite, und einen Schulträger, mit dem er sich in Halbjahresgesprächen sehr gut abspreche. All dies schaffe die Basis, das Goethe-Gymnasium weiterentwickeln zu können.

Stein hob hervor, dass ein Schulleiter nur so stark sei wie die Gemeinschaft. Für die Schüler sei er sichtbar auf dem Hof, in der Mensa und im Unterricht, zudem nahbar im Gespräch und wach im Zuhören. Als Leiter der Volleyball-AG vermittle er Erfolgserlebnisse jenseits von Noten. Er führe mit Haltung und Humor, auch mal ziemlich trocken und selbstironisch nach Berliner Art, verbunden mit Herzlichkeit und gesundem Einschätzungsvermögen.

Nach rund zwei Stunden endete die Feier bei ausgelassener Stimmung mit Berliner Currywurst und Getränken. Das Goethe-Gymnasium blickt auf eine sehr gelungene Einführung zurück – und auf einen Schulleiter, der als „Spielertrainer“ die Schule motiviert.

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