Samstag, 26. September 2020

Mutmach-Botschaften zum Welt-Pinguin-Tag

21. April 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Panorama

Quelle: Sphenisco e.V.

Pinguinschutz geht alle an – Jung und Alt, auf der Süd- und auf der Nordhalbkugel. Schon seit einigen Jahren lädt SPHENISCO e.V. Verein zum Schutz des Humboldtpinguins rund um den Welt-Pinguin-Tag (25. April) zu Veranstaltungen und Aktionen ein.

Viele Institutionen – darunter auch der Landauer Zoo – haben dieses Thema immer wieder aufgegriffen. The same procedure as every year? Wäre wegen der anhaltenden Bedrohung der
Hauptbrutgebiete des Humboldt-Pinguins erforderlich, ist aber nicht möglich. Selbst wenn zoologische Gärten in den nächsten Tagen wieder öffnen, lassen Hygienevorschriften über viele
Wochen solche Veranstaltungen nicht zu. Das gilt auch für die Arbeit von SPHENISCO in Chile und Peru.

Überall auf der Welt müssen Kinder und viele Erwachsene wegen Corona gerade zu Hause bleiben. Jetzt malen viele Kinder Regenbögen an ihre Fenster, um sich gegenseitig Freude und
Hoffnung zu machen, dass bald alles wieder gut wird. In dieser Situation bittet SPHENISCO alle kleinen und großen Pinguinfreunde einander Mutmach-Botschaften (Fotos, kleine Audios, Movies, Texte) zu schicken.

Um zu sagen: „Uns geht es wie euch und euch wie uns; zusammen lassen wir uns nicht unterkriegen und wir machen weiter! https://padlet.com/nicolebertram/4jyu8qi0o5wf
Besonders freut SPHENISCO, dass die Landauer Musiker Heiner Pfaff, Klaus Lenz und Jochem Paul (Homeward) das Anliegen des Vereins mit ihrem Song „Make our planet great again“
unterstützen.

 

Die Krise zeigt erneut, dass wir Menschen Teil der Natur sind. Zerstören wir Lebensräume und dezimieren die Artenvielfalt, zerstören wir letztlich uns selbst. Überall auf der Welt werden Finanzpakete geschnürt. SPHENISCO setzt sich deshalb dafür ein, dass in unsere Zukunft, nicht in die nächste Krise, investiert wird.

Weitere Hintergrundinformationen:

Chile beherbergt einzigartige Landschaften und Meeresregionen von globaler Bedeutung. Die Meeres- und Küstenregion von La Higuera-Isla Chañaral in Nordchile gehört zu den 35 wichtigsten Brennpunkten der Biodiversität in der Welt. Das Meer in der Region beherbergt zahlreiche Tierarten, die nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als bedroht
eingestuft sind.

Acht Arten von Walen und neun Arten von Delfinen besuchen regelmäßig diese Zone auf ihren Wanderungen und nutzen sie zur Aufnahme von Nahrung. 70 Große Tümmler (Tursiops truncatus) leben hier dauerhaft. Das ist die einzige ganzjährig residente Kolonie dieser Spezies in ganz Chile. Hier liegen auch zwei kleine Meeresschutzzonen (Reserva Marina Islas Choros y Damas und Reserva Marina Isla Chañaral) und das Nationale Schutzgebiet für Humboldt-Pinguine (Reserva Nacional Pingüino de Humboldt).

Diese Schutzzonen bilden gemeinsam das weltweit erste Schutzgebiet für Humboldt-Pinguine überhaupt. Es beherbergt 16.000 Brutpaare, das entspricht 80% der gesamten Freilandpopulation des von der Ausrottung bedrohten Humboldt-Pinguins (Spheniscus humboldti).

Meeresschutzzone und Weltnaturerbe

Bereits 2010 hat die NGO Oceana beantragt, dieses besonders wertvolle Gebiet zur „Área Marina y Costera Protegida de Múltiples Usos“ (AMCP-MU) zu erklären und nachhaltig zu nutzen. Mitdiesem Schutz würde Chile auch seiner Verantwortung vor der Welt gerecht. Mit der offiziellen Erklärung einer Meeres- und Küstenregion zur “Schutzzone mit verschiedener Nutzung” sollen zwei Ziele erreicht werden. 1. Soll der Schutz der Artenvielfalt in diesem Gebiet verbessert werden. 2. Soll gleichzeitig die geschützte Zone auf verschiedene Weise genutzt werden können.

Zur legalen Nutzung zählen heimische Fischerei (die aktuell nachhaltig betrieben wird), Ernte von Meeresfrüchten und Aktivitäten wie Sport, Erholung und nachhaltiger Tourismus. Es ist höchste Zeit das Meer von „La Higuera-Isla Chanaral“ auf diese Weise zu schützen und als Weltnaturerbe anzuerkennen.

Internationaler und lokaler Widerstand

Bis heute ist es Bewohnern und Naturschützern aus aller Welt gegen mächtige Interessen gelungen, diese außerordentliche Meeresregion zu bewahren. Dass Widerstand etwas bewirkt,
zeigte der Kampf gegen drei Kohlekraftwerke in derselben Region im Jahr 2010. „Rettet den Regenwald“ und Sphenisco e.V. sammelten damals mehr als 18.000 Unterschriften.

Nach dem Protest lokaler Aktivisten wurden die Pläne zurückgezogen. Jetzt kämpfen Bürger, Naturschützer und Wissenschaftler in Chile und vielen anderen Ländern erneut für die Humboldt-Pinguine und ihre Meeresregion.

Erneut kamen im Jahr 2017 über 300.000 Unterschriften bei einer von Sphenisco initiierten Online-Petition gegen die Errichtung von zwei Industriehäfen in unmittelbarer Nähe zum Hauptbrut- und Verbreitungsgebiet des Humboldt-Pinguins zusammen. Dies konnte die Genehmigungen letztlich nicht verhindern, aber internationaler Widerstand wird wahrgenommen.

Außerdem zählt Sphenisco mit einer fest angestellten Projektkraft vor Ort inzwischen zu den fest etablierten und sehr bekannten Größen im Naturschutz in Chile. Unter anderem auf Initiative von Sphenisco hat sich im März 2019 die „Allianza Humboldt“, eine Gemeinschaftsbewegung von aktuell 95 Organisationen gegründet, die sich das Ziel gesetzt, das „Archipel Humboldt“ zu retten und diesen Hotspot der biologischen Vielfalt vor einem irreversiblem Kollaps durch die Hafenprojekte zu schützen.

Weitere Informationen auch unter:

Gabriele & Werner Knauf
Sphenisco e.V.
Eckenerstr. 6
76829 Landau
06341-88133
sphenisco@online.de
http://sphenisco.org
https://vimeo.com/user22728219

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