
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU): „Nicht tatenlos zusehen.“
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – In einem dramatischen Appell fordert Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ein Notprogramm der EU für die im Nordirak gestrandeten Flüchtlinge.
„Ich bitte den neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker inständig, die Hilfe für die Menschen, die vor den IS-Terroristen fliehen, zu seinem ersten Topthema zu machen. Er muss einen Not-Flüchtlingskommissar beauftragen, sofort eine Flüchtlingssondermilliarde aus bestehenden Töpfen bereitstellen“, sagte Müller in einem Interview mit der Zeitung „Welt“.
Der CSU-Politiker hatte sich in der vergangenen Woche auf einer Reise in die Kurden-Stadt Erbil einen Eindruck von der Lage vor Ort verschafft. Wenn nicht schnell etwas geschähe, würden „Tausende diesen Winter hier nicht überleben“, sagte Müller und warnte: „Das wäre eine Katastrophe“ und eine Beschämung der Weltgemeinschaft.
„Es kann nicht sein, dass wir bei der militärischen Bekämpfung der Terrormilizen des IS erfolgreich zusammenarbeiten, aber die Bevölkerung hinter der Front erfriert und verhungert.“
Der Ressortchef berichtete von Gesprächen mit Flüchtlingen in Erbil: „Frauen erzählten von ihrem Dorf, in dem 400 Männer erschossen wurden. Die Mädchen und Frauen wurden verschleppt, vergewaltigt und verkauft. Hier findet ein Genozid statt. Es ist ein Stich mitten ins Herz. Wir müssten alle aufschreien.“ (dts Nachrichtenagentur)

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