
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert ein stärkeres Vorgehen gegen so genanntes Cybergrooming.
„Es ist absolut alarmierend, wie Pädosexuelle in Onlinespielen und Chats Jagd auf Kinder und Jugendliche machen und sie dazu bewegen, sich vor der Webcam auszuziehen oder sich mit ihnen zu treffen“, sagte Rörig dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Aktuell gibt es praktisch keinen Kinder- und Jugendschutz im Netz. Minderjährige agieren und kommunizieren dort ungeschützt und ohne Kontrolle der Eltern. Hierauf müssen wir reagieren, auch mit gesetzlichen Regelungen.“
Rörig sagte, er fordere schon lange eine Versuchsstrafbarkeit von Cybergrooming und einen verbesserten Jugendmedienschutz. Darum unterstützt er den Vorstoß dazu von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Die Bundesregierung, so der Missbrauchsbeauftragte, müsse alle gesetzlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten ergreifen, um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche besser zu bekämpfen und die großen Lücken beim Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum zu schließen. Dazu gehöre auch, die IT-Wirtschaft zu Kinder- und Jugendschutz im Netz gesetzlich zu verpflichten.
Barley hatte erklärt, künftig solle sich jeder Täter strafbar machen, der mit dem Ziel, ein Kind zu missbrauchen, Kontakte zu vermeintlichen Opfern anbahnt. Bislang gilt: Wenn ein Täter nur glaubt, mit einem Kind zu kommunizieren, tatsächlich aber mit verdeckten Ermittlern oder Eltern Kontakt hat, macht er sich nicht strafbar. (dts Nachrichtenagentur)
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