
Bodo Ramelow
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Nach dem Bekenntnis von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu den Weihnachtsmärkten in seinem Bundesland betonen auch andere Regierungschefs, dass sie die Märkte abhalten lassen wollen.
„Wir können und wollen uns Weihnachtsmärkte vorstellen. Was wir uns aber nicht vorstellen können, ist ein Weihnachtsmarkt wie in Erfurt mit zwei Millionen Gästen. Es wird eine abgespeckte Version geben, die wie eine Aneinanderreihung von Wochenmärkten ausgestattet ist“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der „Welt“. „
Es gibt ein seelisches Bedürfnis nach dieser Normalität.“ Die ständige Überreizung mit Corona führe am Ende womöglich zu einer schlechteren Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln. Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, sonst ein ständiger Warner vor einer Eskalation der Corona-Lage, ist im Falle der Märkte zurückhaltend: „Jetzt schon die Weihnachtsmärkte zu verbieten, ärgert die Menschen nur.
Wenn wir in ein paar Wochen viel höhere Fallzahlen pro Woche haben, sehen wir weiter.“ Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) wünscht sich eine gemeinsame Befassung von Bund und Ländern. Ein Verbot strebt auch er nicht an, jedoch denkt er wie Söder über einen reduzierten Alkoholkonsum nach. „Weihnachtsmärkte in althergebrachter Tradition mit dichtem Gedränge, engen Hütten und viel Alkohol kann ich mir derzeit nicht vorstellen.
Aber mit sorgfältig ausgearbeiteten, gründlich durchdachten Hygieneplänen und Abstandskonzepten könnten wir Weihnachtsmärkte durchaus wieder zulassen.“ Da Weihnachtsmärkte im Freien stattfänden, sei auch das Infektionsrisiko gering, so Hans.
„Grundvoraussetzung ist natürlich, dass das regionale Infektionsgeschehen eine solche Regelung zulässt. In diesem Sinne sollten sich Bund und Länder bei nächster Gelegenheit mit diesem Thema befassen.“ „In Sachsen sind Weihnachtsmärkte zugelassen“, bestätigt ein Sprecher der sächsischen Staatskanzlei. (dts Nachrichtenagentur)
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