
Warnung vor Eichen-Prozessionsspinner (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Berlin- Das Bundesumweltministerium hält den Einsatz von Gift gegen den Eichenprozessionsspinner unter strengen Bedingungen für möglich.
Grundsätzlich sei der Einsatz von Biozidprodukten und Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Bäumen nur dann vertretbar, wenn das großflächige Absterben von Baumbeständen drohe, teilte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums auf Anfrage des „Spiegel“ mit. Oder wenn von den Schädlingen eine tatsächliche Gesundheitsgefahr ausgehe und keine Alternativmaßnahmen wie die mechanische Entfernung der Raupen und Nester oder ein zeitweises Absperren der betroffenen Areale möglich seien.
Die Sprecherin stellte zudem klar, dass der Bund für die Bekämpfung nicht zuständig sei. Die Einschätzung der Gefährdung von Gesundheit oder Waldbeständen durch den Eichenprozessionsspinner liege bei den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden vor Ort, die auf dieser Grundlage über die Notwendigkeit einer Bekämpfung entscheiden.
Das zunehmende Problem, bei dem es zu Gesundheitsproblemen für Menschen beim Kontakt mit dem Insekt kommen kann, ist auch auf Bundesebene erkannt worden. Aus Sicht des Bundesumweltministeriums sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern und den Ländern untereinander erforderlich, erklärte die Sprecherin. So stelle das Umweltbundesamt auf seiner Website viele öffentlich zugängliche Informationsmaterialien zum Eichenprozessionsspinner bereit und sei auch im Austausch mit den Ländern.
In mehreren Bundesländern macht der Eichenprozessionsspinner den Menschen derzeit stark zu schaffen. Die giftigen Brennhärchen der Raupen können Immunreaktionen auslösen, welche sich in Juckreiz, Hautentzündungen und vereinzelt in Nesselsucht äußern. Schulen, Kitas, Parks und Kinderspielplätze mussten in einigen Orten geschlossen werden.
Die Raupen des Nachtfalters profitieren von trockenen und warmen Bedingungen, während Eichen durch die klimatischen Bedingungen geschwächt und damit anfälliger sind. (dts Nachrichtenagentur)
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