Sonntag 15.Februar 2026

Millionenförderung für RPTU: Forschungsprojekt zur modularen Automatisierung in kleinen und mittleren Unternehmen gestartet

15. Januar 2026 | Kategorie: Landau, Südwestpfalz und Westpfalz, Wirtschaft in der Region

Blick auf die Universität in Landau.
Foto: Pfalz-Express

Landau / Kaiserslautern – Für ein Forschungsprojekt zur modularen Automatisierung erhält die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) eine Förderung in Höhe von rund einer Million Euro.

Das Projekt soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu modernen Produktionstechnologien erleichtern und bestehende Anlagen effizienter nutzbar machen.

Was bedeutet „modulare Automatisierung“?

Modulare Automatisierung beschreibt einen Ansatz, bei dem Produktionsanlagen nicht als starres Gesamtsystem geplant werden, sondern aus einzelnen, klar definierten Bausteinen bestehen. Diese Module können Maschinen, Roboter, Software oder Steuerungseinheiten sein, die jeweils bestimmte Aufgaben übernehmen.

Die Fördermittel fließen in das Projekt „MAMBO#5 – Modulare Automatisierung mit Mensch-Bot-Orchestrierung“. Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz sowie aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Rund 650.000 Euro steuert das Land bei, etwa 475.000 Euro kommen aus EU-Mitteln.

Im Mittelpunkt stehen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie die Standardisierung von Maschinenfähigkeiten. Durch die Kombination von KI, modernen Werkzeugmaschinen, kollaborierenden Robotern und containerisierten Steuerungssystemen werden Produktionsprozesse flexibler und effizienter gestaltet. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen wird so ein schrittweiser Einstieg in die digitale Produktion ermöglicht, ohne bestehende Maschinen vollständig ersetzen zu müssen.

Bei der Übergabe des Förderbescheids an der RPTU in Kaiserslautern erklärte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, Künstliche Intelligenz sei längst Teil des wirtschaftlichen Alltags und eröffne Unternehmen neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter zu gestalten und Ressourcen gezielt einzusetzen. Entscheidend sei, dass Unternehmen die notwendigen Kompetenzen für diese Technologien aufbauten und sie verantwortungsvoll anwendeten. Forschungsprojekte wie MAMBO#5 stärkten die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die RPTU sei dabei ein wichtiger Berater und Innovationspartner für die Wirtschaft.

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr.-Ing. Martin Ruskowski, Leiter des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der RPTU. Die entwickelten Ansätze richten sich auf eine flexible, herstellerunabhängige Automatisierung und produktivere Abläufe. Damit lassen sich Hürden beim Ausbau des Automatisierungsgrades senken, Fachkräfte entlasten und die wertschöpfenden Zeiten in der Produktion erhöhen.

„In MAMBO#5 wollen wir ein System entwickeln, das Unternehmen dazu befähigt, ihre bestehenden Anlagen schrittweise zu optimieren und damit reale Produktivitätsgewinne zu erzielen“, erklärt Ruskowski.

Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. Neben der Forschung steht der Technologietransfer im Vordergrund. Unternehmen aus der Region erhalten konkrete Werkzeuge, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Die offene Systemarchitektur und der Einsatz standardisierter Schnittstellen schaffen dafür die Grundlage und sollen zugleich einen Beitrag zur Stärkung von Rheinland-Pfalz als Standort moderner Produktionstechnologien leisten.

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