
Germersheimer Friedhof.
Foto: red
Germersheim – Der Beirat für Migration und Integration (BMI) der Stadt Germersheim hat in seiner letzten Sitzung die Prüfung einer muslimischen Bestattungsmöglichkeit in Germersheim beantragt. Der Stadtrat soll die Prüfung in seiner Sitzung beschließen.
„Wir haben uns zunächst für den Antrag auf Prüfung entschieden, damit fundierte Informationen als Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat vorgelegt werden, wenn eine Umsetzung zur Debatte steht“, so Yunus Erkök, Vorsitzender des Beirats.
Schätzungsweise gehört etwa ein Viertel der Bevölkerung in Germersheim dem muslimischen Glauben an. Genaue Zahlen werden beim Einwohnermeldeamt nicht erfasst.
Kurz nach der Wahl des Beirats Anfang 2020 sei auch ein Mehrbedarf zu Bestattungsmöglichkeiten in den Moscheegemeinden an den BMI herangetragen worden, sagte Erkök. Man habe sich dann in einer Arbeitsgruppe intensiver mit dem Thema beschäftigt und dabei festgestellt, dass bereits 2015 ein Antrag vom damaligen BMI-Vorsitzenden gestellt wurde. Bis heute habe es keinen erkennbaren Fortschritt gegeben, so Erkök: „Es ist höchste Zeit, hier eine Lösung anzustreben.“
Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) hat in der BMI-Sitzung angedacht, dass muslimische Bestattungen im Germersheimer Friedhof in gemischten Grabfeldern vorstellbar wären. Der Friedhof in Germersheim ist ohnehin konfessionsfrei.
„Wir finden die Idee von unserem Bürgermeister gut, da wir als Beirat nicht nur muslimische Interessen vertreten, sondern der gesamten Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Somit kann man ggf. anderen Kulturen ebenfalls eine Bestattungsmöglichkeit anbieten, obwohl hierzu nie ein Bedarf beim BMI angemeldet wurde“, sagte Erkök dazu. Aber: Man sehe diesen Ansatz bei der muslimischen Bestattung nicht als „optimal und akzeptanzfördernd“ an. Warum nicht, hat der Pfalz-Express angefragt.
Erkök erläuterte daraufhin, dass ein gemischtes Grabfeld in der Community weniger Akzeptanz finde, da es aus religiöser Sicht notwendig sei. Die theologischen Hintergründe kenne er nicht wirklich – diese Frage müsse ein Imam beantworten. Erkök befürchtet auch, dass beispielsweise eine betende muslimische Frau mit Kopftuch am Grab eines Angehörigen direkt neben dem Grab des eigenen Verwandten (christlich oder konfessionslos) als nicht so gut empfunden würde.
Im Dialog mit den Germersheimer Moscheegemeinden habe man ein getrenntes Grabfeld als eines der Mindestanforderungen zugetragen bekommen, so Erkök. Der Austausch der Interessen sei bei diesem sensiblen Thema essenziell.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Im Landkreis Germersheim leben über 16.000 Menschen mit ausländischem Pass. Ein großer Teil dieser Bevölkerung gehört nicht dem christlichen Glauben an. Aber ...
Berlin – Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hat erneut ehrenamtliche Seelsorger für muslimische Bundeswehr-Soldaten gefordert. Diese sollten analog zu katholischen und ...
Germersheim – Die Vorsitzenden der Beiräte für Migration und Integration der Stadt Kandel und Landkreis Germersheim haben gemeinsam mit dem Beirat für ...
Landau. Anlässlich ihres „Fastenbrechens“ zum Ende des Ramadans habe die muslimischen Gemeinden der Stadt Landau eine Spende in Höhe von 1.030 Euro ...
Landau. Integration endet nicht mit dem Tod: Die Stadt Landau möchte Bestattungsmöglichkeiten für Menschen islamischen Glaubens schaffen. Als geeignetes Gräberfeld hat sich ...
Germersheim – Am Amtsgericht Germersheim ging die Verhandlung um Erdal Akkus, derzeit noch Vorsitzender des quasi nicht mehr existierenden Migrationsbeirats, weiter. Es ...
Kreis Germersheim – Ziya Yüksel, ehemaliger Vorsitzender des Beirat für Migration und Integration im Landkreis Germersheim und bis gestern noch Mitglied, ist ...
Landau – Seit einigen Jahren schon gibt es in Landau den Wunsch nach einem Grabfeld, das es Muslimen erlaubt, nach ihrem Tod ...
Germersheim – Seit Montag, 6. April, wird in Germersheim zur Mittagszeit der Muezzin-Ruf praktiziert. Abwechselnd erschallt der Ruf von der Ditib-Moschee in ...
Hagenbach – Im Jahr 2009 wurde auf dem Friedhof der Bereich des Grabfelds 10 von einem Grabfeld für Sargbestattungen mit unterschiedlichen Arten ...
Germersheim – Der Beirat für Migration und Integration (BMI) der Stadt Germersheim hat am Samstag (31. Oktober) in der Ditib M.F.C Moschee ...
Germersheim – Der Germersheimer Stadtrat macht sich Gedanken zum stellvertretenden Vorsitzenden des Migrationsbeirats, Erdal Akkus. Gegen Akkus wurde im Juni letzten Jahres ...












