Berlin – Der AfD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen hat dem Hamburger AfD-Fraktionschef Jörn Kruse wegen dessen Kritik am Grundsatzprogramm der Partei parteischädigendes Verhalten vorgeworfen.
Kruse hatte nach dem AfD-Bundesparteitag einen Teil des AfD-Grundsatzprogramms in einem „Welt“-Interview als „peinlich“ und „Schwachsinn“ bezeichnet.
„Kruses Kritik geht erstens in der Schärfe zu weit und ist zweitens so öffentlich geäußert geradezu parteischädigend“, sagte Meuthen der „Welt“.
Dass Kruse deswegen schriftlich vom bayerischen AfD-Landesverband zum Rücktritt aufgefordert wurde, stößt bei Meuthen auf Verständnis. „Ich finde das Schreiben des Landesvorstands Bayern an Kruse folgerichtig“, so Meuthen.
Kruse jedoch widersprach dem Parteichef. Es sei „gerade nicht parteischädigend“, sagte Kruse der „Welt“, „sondern dient der AfD, wenn es bei uns Leute gibt, die sehr deutlich darauf beharren, dass wir eine bürgerliche Partei sein müssen, wenn wir Bestand haben wollen“.
Dies gelinge der AfD nur „mit Mitgliedern, die Fehlentwicklungen klar auch öffentlich kritisieren“.
Und dies, so Kruse weiter, „habe ich gemacht, und ich habe die Freiheit dazu – auch wenn es mit der Meinung von Jörg Meuthen nicht übereinstimmt“.
Was seine vorherigen Äußerungen zum AfD-Programm betrifft, so steht Kruse „in der Sache nach wie vor zu allem“, was er in dem Interview gesagt habe.
Zwar sei er „mit einigen Formulierungen übers Ziel hinausgeschossen“ und würde es so „nicht wieder sagen“.
Aber er sei „einfach sehr verärgert“ gewesen, „weil ich die große Befürchtung habe, dass die AfD auf Abwege gerät, die es ihr für die Zukunft schwer machen, auf Dauer zu einer bürgerlichen Partei zu werden“. (dts Nachrichtenagentur)

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