Berlin – Das in NRW von Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) erwogene Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren stößt auf Seiten der Lehrer auf Zustimmung.
Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Lehrerverbandes, sagte der „Bild“ ein Kopftuchverbot würde dazu beitragen, Diskriminierung aus religiösen Gründen und antireligiösem Mobbing zumindest tendenziell den Boden zu entziehen.
In der „Bild“ forderte Meidinger eine „bewusste Demonstration religiöser Symbole bei religionsunmündigen Kindern“ bleiben zu lassen.
An weiterführenden Schulen sei dies aber etwas anders, fügte er hinzu. Susanne Lin-Klitzing, Chefin des Deutschen Philologenverbandes, sagte der „Bild“, es solle keine Unterordnung des einen Geschlechts unter das andere in unserer Demokratie geben.
„Ein Kopftuch kann aber als Symbol dafür verstanden werden und hat deshalb im Unterricht nichts zu suchen“, so die Philologin.
Seyran Ates, Gründerin der Liberalen Moschee in Berlin, bezeichnete die in NRW anvisierte Regelung als „längst überfällig“. Sie hatte das Verbot bereits 2006 im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz gefordert.
Islamismus-Experte Ahmad Mansour sagte der „Bild“: „Ein Kopftuch für ein Kind ist eine Form von Missbrauch. Wir brauchen ein Verbot um Kindern zu ermöglichen, ideologiefrei aufzuwachsen ohne Geschlechtertrennung und Sexualisierung.“
Gegenwind bekommt Stamp jedoch von den Bildungspolitikern. Helmut Holter (Linke), Chef der Kultusministerkonferenz und Kultusminister von Thüringen, hält das Verbot für falsch. Holter sagte der „Bild“: „Alle Kinder sollen sich zu freien und selbstbestimmten Individuen entwickeln können. Daher müssen wir die Demokratiebildung in den Schulen stärken.“ (dts Nachrichtenagentur)

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