
Christine Lambrecht
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) drängt Ministerien, Kanzleramt und alle obersten Bundesbehörden zum Verzicht auf das Gendersternchen.
Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Empfehlung ihres Ministeriums. „Sonderzeichen als Wortbestandteile in der offiziellen Kommunikation“ seien „nicht zu verwenden“, heißt es darin.
Neben dem Gendersternchen sollen demnach auch der Binnendoppelpunkt, der Binnenunterstrich, das große Binnen-I oder das Trema aus der offiziellen Kommunikation verschwinden.
Verwiesen wird auf die Auffassung des Deutschen Rechtschreibrates, wonach die Verwendung der Sonderzeichen „derzeit“ rechtswidrig sei und nicht sichergestellt sei, dass solche Schreibweisen „allgemein verständlich sind“.
Das auf den 16. September datierte Schreiben richtet sich an die Bundesverwaltung inklusive Kanzleramt, Ministerien, aber auch an Bundesgerichte und Stiftungen des Öffentlichen Rechts des Bundes.
Der Bundestag als Gesetzgeber oder der Bundespräsident gehören nicht zu den Adressaten. Während Sonderzeichen abgelehnt werden, empfiehlt das Frauenministerium ausdrücklich, das „generische Maskulinum“ zu vermeiden, wenn auch eine weibliche Form existiere, wie bei „Kunde“ und „Kundin“.
Ausgenommen werden nur juristische oder abstrakte Personen wie „Arbeitgeber“. Für zusammengesetzte Wörter wiederum wird ein „pragmatischer Umgang“ angeregt. So sei die Verwendung des Begriffs „Ministerpräsidentenkonferenz“ in Ordnung, wobei die Klarstellung bei der Auflösung des Kompositums zu erfolgen habe, etwa als „Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder“.
Von der abwechselnden Verwendung von männlicher und weiblicher Form wird abgeraten. Wo immer möglich, soll ein neutrales Wort verwendet werden, heißt es in der Empfehlung weiter, etwa „Teilnahmeliste“ statt „Teilnehmerliste“. Auch werden möglichst geschlechtsneutrale Begriffe angemahnt, wie Pflegekraft, Belegschaft oder Vorsitz. Geht das nicht, empfiehlt das Ministerium die Beidnennung.
Thematisiert wird auch der Umgang mit Personen mit diversem oder offenem Geschlechtseintrag, hier bleiben die Empfehlungen aber zurückhaltend. Gehe es um gemischte Gruppen, sei die ausschließliche Nennung von weiblicher und männlicher Form „grundsätzlich annehmbar“, da der Anteil anderer Personen „sehr gering ist“, heißt es.
Bei Stellenausschreibungen wird gleichwohl die Nutzung der Abkürzung (m/w/d) eingefordert. Lambrecht leitet auch das Justizressort und hatte vor einem Jahr für Aufsehen gesorgt, als sie in einem Gesetzentwurf des Justizministeriums ausschließlich die weibliche Form verwendete, also durchgehend von Arbeitnehmerinnen, Geschäftsführerinnen oder Verbraucherinnen die Rede war.
Nach Widerstand des Innenministeriums war sie zu zurückgerudert, sodass das Gesetz schließlich als „männlich“ durchs Kabinett und den Bundestag ging. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat Forderungen nach schärferen Strafen gegen Kinderpornografie eine Absage erteilt. „Der pauschale Ruf nach einer abstrakten ...
Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Entschädigungszahlen für die Wirtschaft bis zum Ende der Corona-Pandemie für rechtlich geboten. „Wir gehen ...
Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lieberknecht (SPD) hat dazu aufgerufen, Rechtsextreme konsequent zu entwaffnen. „Hier brauchen wir entschiedenes und schnelles Handeln“, sagte die ...
Lambrecht. Am 6. Mai kam es in der Hauptstraße, im Bereich Bahnhofstraße, zu einem Einsatz mit vermummten Polizeikräften des SEK. Die Straße ...
Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre umstrittenen Pläne verteidigt, wonach Online-Dienste im Kampf gegen Hasskriminalität zur Herausgabe von Passwörtern an ...
Lambrecht – Die Bundespolizei Kaiserslautern äußert sich zu Vorkommnissen am 6. Mai: Gegen 10.30 Uhr sei im Bahnhof Lambrecht eine junge Frau ...
Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will Freier nicht generell bestrafen und lehnt deshalb die zuletzt von Unionspolitikern geforderte Einführung des „nordischen ...
Berlin – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will Familienrichter künftig stärker für den Umgang mit sexueller Gewalt gegen Kinder schulen. „Ich will, dass ...
Lambrecht – Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Auto kam es heute (14. August) gegen 12.45 Uhr auf der Hauptstraße ...












