Mittwoch, 21. Februar 2024

Klinikum Landau-Südliche Weinstraße soll sich weiter entwickeln

Schließung des Standorts Annweiler bietet auch Chancen

18. März 2023 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional

Der Standort Annweiler in der Georg-Staab-Straße soll geschlossen und umgenutzt werden.
Foto: KV SÜW

SÜW. Das Klinikum Landau-Südliche Weinstraße und seine beiden Gesellschafter, der Landkreis Südliche Weinstraße und die Stadt Landau, luden am Freitag zu einem Pressegespräch ein.

Im Ratssaal der Stadt Annweiler informierten der Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Guido Gehendges, SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt (auch stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Klinikums), Landaus Oberbürgermeister und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Klinikums, Dr. Dominik Geißler, sowie Landaus Bürgermeister und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Maximilian Ingenthron über die geplanten weiteren Entwicklungen des Verbundkrankenhauses Klinikum Landau-SÜW.

Weitere Gesprächspartner waren Frank Ohler, Betriebsratsvorsitzender des Klinikums, Dr. André Reck, Chefarzt Innere Medizin Klinik Annweiler des Klinikums, Priv. Doz. Dr. Stefan Vonhof, Ärztlicher Direktor des Klinikums, Ralf Levy, Pflegedirektor des Klinikums, Christian Burkhart, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels, und Benjamin Seyfried, Bürgermeister der Stadt Annweiler am Trifels.

Um was geht es?

Im Klinikverbund Landau, Bad Bergzabern und Annweiler ist die Klinik Annweiler die kleinste Klinik, sie soll jetzt geschlossen werden.

„Es ist keine leichte Entscheidung“ betonte Landrat Seefeldt. Und es seien „viele Emotionen dabei“. Seit vielen Jahren werde über die Situation in Annweiler in den Gremien geredet. „Konkret seit 2015“ führte dann auch Dr. Guido Gehendges in seinem ausführlichen Vortrag aus.

Spekulationen vorbeugen und transparent informieren: In der Pressekonferenz wurde deutlich: „Wir sind ein gesundes Krankenhaus-Unternehmen und stehen nicht vor der Insolvenz“.

Es werde keine Leistung verloren gehen, betonten alle Gesprächspartner. Es gebe gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter – betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Die Beschlusslage soll bis Ende Juni in den Gremien von Kreis und Stadt gefasst werden. Für die Anschlussnutzung des Gebäudes wird die Idee eines Gesundheitszentrums verfolgt. Ein entsprechender Investor wird noch gesucht.

Da die Hausarztsituation in Annweiler auch verbesserungsfähig ist, sieht Bürgermeister Seyfried in einem Gesundheitszentrum auch Chancen für eine Verbesserung der Arztversorgung in der Stadt.

Aktuell sind die Geriatrie, Innere Medizin,Palliativmedizin und Belegabteilungsbereich Chirurgie in Annweiler untergebracht. Die Klinik Annweiler erfülle die vom Gemeinsamen Bundesauschuss vorgegebenen Strukturmerkmale am System der Notfallversorgung nicht und sei deshalb von der Notfallversorgung ausgeschlossen, berichtet Gehendges. In den vergangenen drei Jahren habe die durchschnittliche Belegung der Klinik nur noch bei 37 Patienten gelegen – 73 Planbetten von 438 im gesamten Klinikumverbund sind tatsächlich in Annweiler vorgehalten.

Von 760 Mitarbeitern des Verbunds arbeiten 87 in der Klinik Annweiler. Sie sollen in Landau und Bad Bergzabern eingesetzt werden.

Der Standort Landau soll erweitert und mehr Abteilungen geschaffen werden, kündigt Dr. Gehendges an. Das Bettenhaus sei schon saniert worden.

Im Ratssaal der Stadt Annweiler wurde über die geplante Umstrukturierung des Klinikums informiert.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Was soll weiter erreicht werden?

Die Standorte Landau und Bad Bergzabern sollen gestärkt werden, denn die Rahmenbedingungen für kleinere Krankenhäuser wie Landau, Bad Bergzabern und Annweiler, als da sind chronische Unterfinanzierung, stetig zunehmender Fachkräftemangel und ein „komplexer Ordnungsrahmen“, sprich Vorgaben, sind immer schwieriger zu bewältigen.

Die Geriatrie soll in Landau und Bad Bergzabern etabliert werden. Akutstationäre Leistungen der Klinik Annweiler kommen nach Landau und Bad Bergzabern.

Bei der Anschlussnutzung sollen schon bestehende Partner wie eine chirurgische Praxis, eine internistische Praxis, eine Physiotherapie, ein Dialysezentrum wieder mit ins Boot geholt werden, aber auch ambulante Gesundheitsleistungen wie Kurzzeitpflege, Tagesbetreuung oder betreutes Wohnen sollen dazu kommen.

Die gesamte Region werde profitieren, freut sich Dr. Ingenthron. Man denke nicht in Gemarkungsgrenzen, so OB Dr. Geißler und er zollt Landrat Seefeldt großen Respekt, denn dieser habe den „Weitblick gehabt, die Reform mitzutragen“.

Auch die Ärzte betonen, dass die Qualität des Angebots zunehmen werde. Sie betonen „kurze Wege zwischen den einzelnen Abteilungen und großzügige Strukturen“, die nun entstehen können. (desa)

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