
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hat Zweifel am Inzidenzwert 100 als Grenze für Corona-Beschränkungen.
„Mit der steigenden Impfquote brauchen wir eine andere Betrachtung der Inzidenz“, sagte Kuban dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wir müssen uns dann fragen, ob der Inzidenzwert 100 noch die richtige Maßgabe ist.“
Es sei die Frage, wie aussagekräftig dieser Wert noch sei, wenn bald fünf Millionen Menschen die zweite Impfung erhalten hätten und damit immun seien. Man müsse überlegen, an welchem Wert man sich orientiere, wenn zehn, 20 oder 30 Millionen Menschen vollständig geimpft seien.
Der Inzidenzwert bezeichnet die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Kuban sprach sich zudem dafür aus, auch Nicht-Geimpften das Reisen zu ermöglichen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorweisen. Es brauche „die Chance auf Normalität für alle“, sagte der JU-Chef dem RND. „Deshalb braucht es Freiheit für Geimpfte und negativ Getestete.“
Gerade die junge Generation habe in der Pandemie gezeigt, dass sie Verantwortung übernehme. Sie gehe für Ältere einkaufen, helfe als Ehrenamtliche in Impf- und Testzentren und lasse richtigerweise den Älteren bei den Impfungen den Vortritt.
„Es darf nicht das Signal geben, dass ein Teil der Bevölkerung bereits wieder normal leben und reisen darf, während andere noch Monate ausharren. Das wird nicht funktionieren“, sagte Kuban dem RND. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, Geimpften Reisen und Einkaufen auch ohne Tests zu ermöglichen.
„Wer vollständig geimpft wurde, kann beim Reisen oder beim Einkaufen wie jemand behandelt werden, der ein negatives Testergebnis hat. Das ist eine wichtige Erkenntnis und erleichtert den Alltag enorm“, hatte er gesagt. (dts Nachrichtenagentur)
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