
Foto: dts Nachrichtenagentur
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rät den Bürgern in Deutschland vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs, sich für den Krisenfall zu wappnen.
„Denken Sie zum Beispiel an Cyberattacken auf kritische Infrastruktur“, sagte Faeser dem „Handelsblatt“. „Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben.“ Die Ministerin verwies darauf, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine Liste veröffentlicht habe, was an Notvorrat Sinn mache.
Zivilschutz soll auf Vordermann gebracht werden
Faeser sieht derzeit deutliche Defizite beim Zivilschutz. Sie sei ziemlich entsetzt darüber, was in den vergangenen 16 Jahren alles im Zivilschutz abgebaut wurde. Dieser Bereich habe jetzt hohe Priorität. „Wir müssen hier auf die Höhe der Zeit kommen, um die vielfältigen Krisen – Pandemien, Klimafolgen, Kriegsgefahren – zu bewältigen.“ Es müsse geprüft werden, welche Schutzvorkehrungen notwendig seien. Das betreffe nicht nur technische Fragen, „sondern auch Vorräte für Lebensmittel, Medikamente oder Sanitätsmaterialien“. Es gebe noch 599 Schutzräume in Deutschland. Zudem gebe es welche, die heute anders genutzt würden. „Es ist sinnvoll, wenn wir einige davon reaktivieren“, sagte Faeser.
Mit Blick auf die Kosten für den Ausbau des Zivilschutzes nannte Faeser keine Zahlen. „Mir ist wichtig, erst den konkreten Bedarf zu ermitteln und dann über die Frage der Finanzierung zu sprechen“, sagte sie. Zugleich kündigte sie an, dass der Bund eine führende Rolle beim Bevölkerungsschutz übernehmen und stärker koordinieren und steuern werde. „Dazu starten wir im Juni ein gemeinsames Kompetenzzentrum von Bund und Ländern.“ (dts Nachrichtenagentur)

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