Sonntag, 24. Januar 2021

IGS Wörth will sich in Carl Benz Gesamtschule umbenennen

3. Juli 2019 | Kategorie: Kreis Germersheim

Ausstellung zur Namensgebung.
Fotos: Lumi

Wörth – Die Schulgemeinschaft der IGS Wörth hat sich mit knapper Mehrheit (43,47 Prozent) für den erweiterten Schulnamen Carl-Benz-Gesamtschule entschieden. Allerdings waren auch 40,9 Prozent dafür, dass die Bezeichnung IGS Wörth so bleiben soll.

Schulleiter Jörg Engel, von dem die Initiative zur Erweiterung des Schulnamens mit einer passenden Persönlichkeit ausging, hatte unter Mitwirkung der Lehrer-, Schüler- und Elternschaft in den letzten zwölf Monaten daran gearbeitet.

Vier Persönlichkeiten, die einen Bezug zur Stadt Wörth oder zum Profil der Schule haben, wurden drei Tage lang in einer von einigen Schülern inhaltlich vorbereiteten Ausstellung vorgestellt: Heinrich von Zügel, Carl von Carlowitz, Konrad Zuse und Carl Benz. Die Schulgemeinschaft konnte über die vier erweiterten Namen abstimmen oder hatte die Möglichkeit anzukreuzen, dass die IGS Wörth weiterhin nur ihren bisherigen Schulnamen trägt.

Jetzt wird der Schulleiter in den Sommerferien den Kreis als Träger anschreiben und über den Wunsch informieren. Der Kreistag muss dann letztendlich darüber abstimmen. Zeitgleich wird er mit der Daimler AG Kontakt aufnehmen. Er geht davon aus, dass die Namensrechte beim Konzern liegen, wenn auch das BGB hier recht liberal sei. Es wäre seiner Meinung nach gut, wenn der Konzern Kenntnis habe und das Unterfangen von Anfang an unterstützt.

Dass die Abstimmung zwischen erweitertem Namen oder dem Verbleib bei der bisherigen IGS Wörth-Bezeichnung knapp werden würde, konnte man schon bei der Befragung einiger Schüler, die sich gerade in der Ausstellung befanden, feststellen,

So meinte Jasmine Vogt (10. Klasse aus Maximiliansau): „Ich finde es sehr gut, dass wir die Möglichkeit haben zu entscheiden und etwas zu verändern. Die Informationen zu den vier Personen sind aufschlussreich und gut dargestellt.“

Dagegen fand Murielle Obst (auch 10.Klasse aus Maximiliansau), dass die Ausstellung zwar interessant und es gut sei, dass die Schüler mit entscheiden können, aber „IGS Wörth reicht. Wir brauchen keinen extra Namen. Man weiß auch so Bescheid. Das ist einfach und kompakt.“ Ihre gerade bei ihr weilende Austauschschülerin aus Finnland findet so etwas gut. „Das kennen wir bei uns nicht.“

Eva Nusser aus Graben-Neudorf, die seit der 11. Klasse in Wörth ist, sagt: „Das gehört zur Demokratie dazu, dass wir als Schüler mit entscheiden können. Ich habe in der Arbeitsgruppe „Heinrich von Zügel“ mit gearbeitet. Jetzt will ich sehen, was die anderen Gruppen zu bieten haben.“

Kevin Knell (12.Klasse aus Wörth) sieht hier eine absolut gute Möglichkeit seine Meinung zu äußern. „Mir gefällt der bisherige Schulname vom Klang her. Aber ich bin unsicher, ob er bleiben soll oder ob ich mich für Carl Benz entscheide.

IGS-Lehrerin Alpheta Kost aus Herxheim, die sich die Ausstellung gerade betrachtet, ist beeindruckt und nennt die mögliche Einflussnahme „super“. Für Wörth würde sie Carl Benz toll finden.

Aufgerufen zur Wahl war die gesamte Schulgemeinschaft, die aus rund 750 Schülern, 70 Lehrern, weiterem schulischen Personal (10 Personen), dem Schulelternbeirat (16) und den Klassen-Elternvertretern (70) besteht, so dass von etwa 900 Abstimmungsberechtigten ausgegangen werden kann.

Insgesamt wurden 506 Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von rund 56 Prozent entspricht. Jeanette Burkhardt, die Leiterin des Projekts „Demokratie leben“ berichtete, dass rund 300 Schüler die App „YOVO“ (Your Voice) herunter geladen haben, um über diesen Weg an der Abstimmung teilzunehmen. Abgestimmt haben 138. Von den 506 abgegebenen Stimmen entfielen weiter auf das Abstimmungsverfahren mit Stimmzettel 357 und elf auf den online-Link, den nur die Klassen-Elternvertreter zur Verfügung hatten.

Stimmen insgesamt: Carl-Benz-Gesamtschule 220 (43,47 Prozent), Carl-von-Carlowitz-Gesamtschule 26 (5,1 Prozent), Heinrich-von-Zügel-Gesamtschule 30 (5,92 Prozent), Konrad- Zuse –Gesamtschule 23 (4,54 Prozent), IGS Wörth soll weiterhin so heißen 207 (40,90 Prozent).

Für Schulleiter Engel war die Anzahl der Stimmen, die sich für den Erhalt des bestehenden Schulnamens ausgesprochen haben, erstaunlich. Das zeige ihm einerseits, dass seine diesbezügliche Initiative von einem großen Teil der Schulgemeinschaft als nicht notwendig angesehen werde. „Andererseits sagt dieses Ergebnis aber auch aus, dass sehr viele Personen mit ihrer Schule so zufrieden sind, dass sie sich hochgradig mit ihr und ihrem Namen identifizieren. Und das ist doch wirklich auch ein tolles Ergebnis“, meint Engel. (lumi)

 

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3 Kommentare auf "IGS Wörth will sich in Carl Benz Gesamtschule umbenennen"

  1. Danny G. sagt:

    Sollte man über eine Stichwahl nachdenken, bevor man sich den Namen eines Erfinders gibt, der einen großen Anteil daran hat, dass wir Panik haben und in ein paar Jahren die Zukunft unserer Kinder im CO² erstickt, welches von den Autos des Herrn Benz verursacht wurde.
    Ganze Inseln gehen unter, Milliarden von Flüchtlingen verhungern im Klimawandel, Gletscher schmelzen, Spezies sterben im Klimaarmageddon aus und die Schule im Wörth trägt den Namen eines der Hauptschuldigen.

  2. Änner ausm Nirchendwo sagt:

    Der Hauptschuldige ist das Verhalten der z.Z. agierenden Menschheit, nicht ein einzelner Herr Benz. Ihr Schreckensszenario ist imho ein wenig übertrieben, was ich aber ihrem Sarkasmus zuschreibe. Das Beste, was dieser Erde passieren kann, ist das Erlöschen der Menschheit. Es würde der guten alten Erde gut tun, sich über einige Jahrtausenden oder mehr von uns zu erholen und hoffen zu lassen, dass die Nachfolge anders und besser damit umgeht.

    So oder so, wird werden es nicht selbst erleben.
    So. Ich gehe jetzt mit meinem 450 PS – Zweisitzer – Firmenwagen meine Arbeit erledigen 😀

  3. Rudolf Diesel sagt:

    Klarer Gewinner:
    „IGS Wörth“, knapper zweiter Platz in der Abstimmung, etabliert.
    Stadt und Kreis haben eh kein Geld für solchen Umbenennungsblödsinn aus persönlichen Launen, der sich nie im alltäglichen Sprachgebrauch durchsetzt.
    Dass in der „Petrolhead“-Schlafstadt des LKW-Werks überhaupt Alternativen zu „Benz“ angeboten wurden (Warum eigentlich nicht „Daimler“? Weil er Schwabe war? Oder wäre das zu viel der Anbiederung an den „Nicht-mehr-soviel“-Gewerbesteuerzahler Nr. 1? Wer hat das bei der Schulgründung eigentlich vergeigt, gleich den „richtigen“ Namen zu vergeben?), muss dieser grüne Mainstream sein…

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