
Fotocollage: gemeinde haßloch
Haßloch. Spätestens das Osterwochenende hat uns gezeigt, der Frühling ist da und es wird wieder bunt im Land. Zu den Frühlingsboten zählt auch die rostrote Mauerbiene. Wenn sie auftaucht, dann sind in der Regel die andauernden Fröste der Winterzeit vergessen.
Für das Jahr 2019 ist die rostrote Mauerbiene zum Insekt des Jahres gewählt worden. Mit ihr soll auf die Problematik des Bienensterbens aufmerksam gemacht und gleichzeitig auf die hohe Bedeutung der Bestäubung als Ökosystemdienstleistung hingewiesen werden, da diese für unsere Nahrungsmittelproduktion äußerst wichtig ist. Damit Bienen, welche in menschlichen Siedlungen nisten, genügend Nahrung zur Verfügung haben, müssen wir unsere Grünflächen, öffentliche wie auch private, mit entsprechenden Nahrungsangeboten versehen.
Dies können Blumenwiesen oder Staudenbeete sein. Dabei sind heimische Pflanzen von besonderer Bedeutung. Viele fremdländische Pflanzen bieten heimischen Insekten wenig oder keine Nahrung. Viele Zuchtsorten sind oft genauso unnütz für die heimische Insektenwelt, da sie größtenteils steril sind und somit weder Pollen noch Nektar bieten.
Damit auch die Haßlocher Wildbienen eine Lebensgrundlage haben, hat die Gemeinde jetzt im Frühjahr das öffentliche Grün, in einem ersten Schritt vor allem rund um das Rathaus herum, bienenfreundlicher gestaltet. Es wurden am Jahnplatz naturnahe Staudenbeete in Haßlocher Farben gepflanzt. Auf dem Grünstreifen entlang der Feuerwehr soll außerdem ein Blumenschotterrasen erblühen. „Im Moment sieht dieser zugegebenermaßen aus wie eine mit Schotter aufgefüllte Grünfläche“, so die zuständige Sachbearbeiterin im Bereich Umwelt, Melanie Mangold.
„Doch hier werden im Laufe der Zeit Wildpflanzen wachsen, die wiederum wertvolle Nektar- und Pollenspender für zahlreiche Wild- und Honigbienen sind. Die Entwicklung eines Blumenschotterrasens braucht aber Zeit und diese Zeit müsse man der
Natur geben“, so Mangold weiter. Die Bauminseln und Beete rund um das Rathaus wurden ebenfalls mit bienenfreundlichen Stauden und Kleinsträuchern versehen. „Das menschliche Auge soll sich erfreuen und gleichzeitig die Artenvielfalt gefördert werden“, so Umweltdezernent Dieter Schuhmacher.
Bisher wurde leider schon vielfach beobachtet, dass Hunde durch die Beete laufen und ihre Geschäfte dort erledigen. Auch Hundeurin kann zum Absterben der Pflanzen führen. Teils konnten schon akute Schäden an den Pflanzen festgestellt werden. Generell gilt der Appell: Bei Spaziergängen sollten Pflanzenflächen weder von Vierbeinern noch von Zweibeinern betreten werden. „Wenn jeder ein bisschen Rücksicht nimmt, kann die Förderung der Artenvielfalt nicht nur rund ums Rathaus, sondern im gesamten Ort gelingen“, betont der Umweltdezernent.
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