Dienstag 18.August 2026

Getreideernte 2026: Durchschnittliche Ernte, schwierige Lage für viele Höfe

24. Juli 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional, Wirtschaft in der Region

Martin Oswald begutachtet sein Getreide.
Foto: Freie Wähler Kreisvereinigung Germersheim

Freckenfeld – Während in diesen Tagen vielerorts die Mähdrescher bis tief in die Nacht über die Felder rollen, entscheidet sich für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe mehr als nur der Erfolg einer Erntesaison.

Die Ernteerwartungen fallen bundesweit insgesamt durchschnittlich aus. Dennoch stehen viele Höfe weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Darauf weist Martin Oswald hin. Der selbstständige Landwirt und Winzer aus Freckenfeld ist Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kandel für Umwelt und Landwirtschaft und weinbau- und agrarpolitischer Sprecher der Freien Wähler im Kreis Germersheim.

„Wenn in diesen Tagen die Mähdrescher bis spät in die Nacht laufen, geht es um weit mehr als um die Ernte eines einzelnen Betriebs. Daraus entstehen Brot, Mehl, Nudeln, Futtermittel und viele weitere Produkte – hoffentlich möglichst oft aus heimischem Getreide“, so Oswald.

Getreidepreise decken die Kosten oft nicht

Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands liegen die Erzeugerpreise weiterhin unter dem bereits niedrigen Niveau des Vorjahrs. Gleichzeitig sind die Kosten für Diesel, Energie, Dünger, Pflanzenschutz, Maschinen, Reparaturen und Finanzierungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Für viele Betriebe bleibt trotz hoher Arbeitsbelastung nur eine geringe Gewinnspanne.

Hinzu kommt die Abhängigkeit vom Weltmarkt. Gute Ernten in anderen Anbauregionen drücken die internationalen Getreidepreise. Deutsche Landwirte müssen sich an diesen Preisen orientieren, obwohl sie unter höheren Umwelt-, Qualitäts- und Produktionsstandards wirtschaften.

„Eine gute Ernte allein reicht nicht, wenn am Ende für die Bauern nichts übrig bleibt. Volle Anhänger und gute Erträge helfen den Betrieben nur dann, wenn auch die Vermarktungspreise stimmen“, sagt Oswald.

Für viele Verbraucher gehören Mähdrescher auf den Feldern zum gewohnten Bild der Erntezeit. Für die Betriebe selbst bedeutet diese Phase jedoch vor allem einen Wettlauf gegen das Wetter. Geerntet wird immer dann, wenn die Bedingungen stimmen, unabhängig von Wochenenden, Feiertagen oder der Uhrzeit. Jede Stunde kann entscheidend sein, um Ertrag und Qualität zu sichern.

Landwirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen

Vor diesem Hintergrund werden die Forderungen nach besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lauter. Viele Vertreter der Landwirtschaft sprechen sich für faire Wettbewerbsbedingungen, bezahlbare Betriebsmittel, niedrigere Energiekosten und weniger Bürokratie aus.

Das seien wichtige Voraussetzungen, damit heimische Betriebe auch künftig wirtschaftlich arbeiten und zur Versorgung mit regional erzeugten Lebensmitteln beitragen könnten.

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