
Symbolfoto: Monika Kozub/ Unsplash
Der US-Bundesstaat Massachusetts weitet sein Abtreibungsrecht deutlich aus.
Gouverneurin Maura Healey hat am 10. August 2026 ein neues Gesetz unterzeichnet, das die bisherigen besonderen medizinischen Voraussetzungen für Abtreibungen ab der 24. Schwangerschaftswoche streicht.
Bislang durften Ärzte eine Schwangerschaft nach 24 Wochen nur unter bestimmten Voraussetzungen abbrechen, etwa wenn das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren gefährdet waren, oder eine besonders schwere Diagnose beim ungeborenen Kind vorlag.
Diese Voraussetzungen fallen nun weg. Stattdessen darf ein Arzt einen Abbruch ab der 24. Woche auf Grundlage seiner professionellen ärztlichen Beurteilung vornehmen. Eine feste Schwangerschaftswoche, nach der ein Abbruch grundsätzlich ausgeschlossen ist, nennt die neue Regelung nicht mehr.
24 Wochen sind bereits sehr spät
Eine Schwangerschaft dauert normalerweise rund 40 Wochen. Mit 24 Wochen sind damit bereits etwa sechs Monate vergangen.
Zum Vergleich: In Deutschland bleibt ein Schwangerschaftsabbruch nach der sogenannten Beratungsregelung nur innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis straffrei, das entspricht ungefähr der 14. Schwangerschaftswoche nach der in der Medizin üblichen Zählweise. Spätere Abbrüche sind allerdings bei einer medizinischen Indikation möglich.
Massachusetts ist kein Einzelfall
Mit der Gesetzesänderung geht Massachusetts einen Weg, den mehrere andere US-Bundesstaaten bereits eingeschlagen haben. In Alaska, Colorado, Maryland, Michigan, Minnesota, New Jersey, New Mexico, Oregon und Vermont gibt es ebenfalls keine gesetzliche Obergrenze allein anhand der Schwangerschaftswoche. Auch in der Hauptstadt Washington, D.C., besteht keine solche zeitliche Grenze.
In vielen anderen Bundesstaaten sieht die Lage völlig anders aus: Dort gelten feste Fristen bis hin zu weitgehenden oder vollständigen Abtreibungsverboten. Die USA sind beim Thema Abtreibung damit rechtlich tief gespalten. Massachusetts gehört nun zu den Bundesstaaten mit besonders weitreichendem Zugang.
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