Freitag 16.Oktober 2026

Germersheim: AfD-Direktkandidat Breininger beim Plakatieren bedroht

29. Januar 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Albert Breininger
Foto: v. privat

Germersheim – Albert Breininger, AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis 51, wurde am Mittwochabend beim Anbringen von Wahlplakaten in seiner Heimatstadt verbal bedroht.

Eigene Angaben zufolge richteten drei Personen unter anderem eine Morddrohung an ihn: „Wir kommen gleich mit einem Messer und stechen dich ab!“.

Breininger berichtet, dass er auf Höhe der Richard-von-Weizsäcker-Realschule beschädigte Plakate wieder aufgehängt habe. Aus einer dunklen Ecke kam dann Geschrei: „Scheiß AfD und so“, erzählt Breininger in einem Telefonat mit dem Pfalz-Express.

Eine Spaziergängerin mit Hund kam von der anderen Straßenseite zu ihm. Er fragte sie, ob sie die Bedrohung auch gehört habe. Sie bestätigte dies und erklärte, dass sie deshalb zu ihm gekommen sei. Die Personen, die ihm das zugerufen hatten, standen im Dunkeln, und Breininger konnte sie nicht richtig erkennen.

Nach dem Plakatieren ging die Frau weiter, und Breininger kehrte zu seinem Auto am Kreisverkehr vor der Rhein-Apotheke zurück. Die drei Personen kamen aus dem Dunkeln an den Gehwegrand. Als er an ihnen vorbeifuhr, erkannte er ihre Gesichter. Er habe sich um drei junge Männer gehandelt, sagte Breininger dem PEX. Die umgehend alarmierte Polizei Germersheim reagierte zügig und stoppte die drei Verdächtigen noch in Tatortnähe. Breininger identifizierte die Personen vor Ort, ihre Personalien wurden aufgenommen.

Breininger dankte der Polizei für das schnelle Eingreifen und erklärte: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Solche Angriffe dürfen nicht zur Normalität werden. Wir müssen uns jedoch fragen: Wie konnte es in Deutschland und vor allem in meiner Stadt Germersheim so weit kommen? Seit wann ist eine Morddrohung auf offener Straße Normalität? Hier müssen sich alle Parteien und Mandatsträger klar positionieren. Es darf keine Ausreden geben: Entweder man verurteilt solche Angriffe auf das Schärfste, oder man befürwortet sie durch Schweigen. Eine andere Haltung kann es nicht geben.“

Breininger kündigte zudem an: „Das werden wir auch heute während der Stadtratssitzung diskutieren.“ Am Donnerstagmorgen bot die Polizei ihm zudem eine Opferberatung an.

Albert Breininger ist Vorsitzender des AfD-Stadtverbands Germersheim und Direktkandidat für den Landtag Rheinland-Pfalz im Wahlkreis 51, der die Verbandsgemeinden Lingenfeld, Bellheim und Offenbach umfasst.

„Sind keine Ausländerfeinde“

Breininger erzählte zudem, dass er kürzlich ein Gespräch mit drei afrikanischen Männern geführt habe, die ihn fragten, warum die AfD gegen Ausländer sei. Er erklärte ihnen, dass dem keinesfalls so sei. Er wies darauf hin, dass die Partei auch Mitglieder mit anderer Hautfarbe habe und betonte, dass Arbeitsmigranten oder internationale Studierende willkommen seien, solange sie sich an Recht und Ordnung hielten und Deutschland respektierten.

Nur bei kriminellen Absichten oder extremistischen Zielen, etwa dem Aufbau eines Kalifats, empfehle er dann doch ein anderes Land. Breininger schilderte, dass die Männer beeinflusst gewesen seien, er aber versucht habe, die tatsächliche Position der AfD zu erklären.

 

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