Berlin/ Zürich – Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat dem Fußballweltverband Fifa schwere Versäumnisse beim Kampf gegen Korruption vorgeworfen.
„Die Fifa muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Korruption in den eigenen Reihen seit Jahren nicht wirklich untersucht hat“, sagte Maas. Es liege auch im Interesse des Verbandes, „dass die Vorwürfe nun endlich aufgeklärt werden. Dafür wird weit mehr Transparenz erforderlich sein als bisher.“
Mit Blick auf die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Russland und Katar sagte Maas: „Alle Fußballfans haben ein Recht darauf zu erfahren, was besonders im Vorfeld der WM-Vergaben wirklich passiert ist.“
Fifa-Präsident Sepp Blatter hat den Behörden „Unterstützung“ zugesagt: Ein solches Fehlverhalten habe keinen Platz im Fußball, erklärte er noch am Mittwoch. Man werde dafür sorgen, dass alle Beteiligten aus dem Spiel genommen würden. Blatter wird selbst inoffiziell Bestechlichkeit vorgeworfen.
Zuvor hatte die Fifa bekanntg egeben, dass insgesamt elf Funktionäre vorläufig für sämtliche Fußball-Aktivitäten gesperrt worden sind. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch ein Strafverfahren rund um die Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 eröffnet. Den Verdächtigen werden Geldwäsche, Betrug unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln und organisiertes Verbrechen vorgeworfen.
de Maizière: „Entsetzen“
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich mit Entsetzen zu dem Skandal beim Fußball-Weltverband Fifa geäußert: „Was wir da jetzt erleben, macht einen ja schier fassungslos“, sagte der für Sport zuständige Bundesminister.
Er setze auf die Kraft der Schweizer und der US-Behörden, den Skandal aufzuklären, so de Maizière weiter. „Ich bin beeindruckt, wie der Deutsche Fußballbund mit der Sache umgeht, auch hart und kritisch. Aber Aufklärung ist jetzt das Gebot der Stunde und so kann es nicht weitergehen, wie es jetzt ist.“
Gefragt nach dem Fifa-Präsidenten Sepp Blatter sagte der Bundesinnenminister: „Naja, da fällt mir nichts mehr ein.“ Blatter will sich trotz des Skandals am Freitag erneut zum Präsidenten des Fußball-Weltverbands wählen lassen.
(red/dts Nachrichtenagentur)

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