Sonntag, 22. Mai 2022

Festungsstadt Landau: Teile des Werks 100 auf Baufeld 37 in Paul-von-Denis-Straße gefunden

OB Hirsch: „Stadtentwicklung und Schutz der Festung unter einen Hut bringen“

19. Januar 2022 | Kategorie: Landau, Regional

Gemeinsam mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe lud OB Thomas Hirsch jetzt zur Vorstellung der historischen Festungsfunde auf dem Baufeld 37 in der Landauer Paul-von-Denis-Straße ein.
Quelle: Stadt Landau

Landau. Knapp 200 Festungswerke, die innere Hauptmauer alleine mit rund 3.000 Metern Länge, 18 Metern Höhe und mehr als 30 Metern Durchmesser und insgesamt bis zu 16 Kilometer unterirdische Gänge: Die Stadt Landau hat in Sachen Festung einiges zu bieten.

Bei einer Sondage der Direktion Landesarchäologie Speyer konnten auf dem Baufeld 37 in der Paul-von-Denis-Straße kürzlich Teile des Werks 100 der historischen Festungsanlage freigelegt werden. Gemeinsam mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) lud Oberbürgermeister Thomas Hirsch zur Vorstellung der besonderen Funde ein.

„Die Stadt Landau arbeitet seit einigen Jahren aktiv daran, sich den Titel «Festungsstadt» zu verdienen“, betont OB Hirsch. „Dabei ist es zum einen von ganz besonderer Bedeutung, die Festung touristisch nutzbar und sichtbar zu machen und sie wieder mehr in den Köpfen der Menschen zu verankern, aber zum anderen auch zu zeigen, dass Stadtentwicklung und der Schutz der Festung nicht im Widerspruch zueinander stehen“, so der Stadtchef.

Wie auch schon auf dem gegenüberliegendem Baufeld 33, auf dem bereits Teile des Werks 100 gefunden wurden, werde auch hier bei einer künftigen Entwicklung des Grundstücks das große Ziel sein, eine bebauungsplankonforme Entwicklung der Fläche und den behutsamen Umgang mit den vorhandenen Festungsresten unter einen Hut zu bringen, so der Stadtchef.

„Im Zuge der Sondage wurden die Spitze der sogenannten Escarpe und Teile der Contrescarpe des Werks 100 der historischen Festungsanlage freigelegt“, ordnen Stadtdenkmalpfleger Jörg Seitz und Dr. David Hissnauer von der GDKE die Funde ein.

Zur Geschichte

Errichtet wurde das Festungswerk 100 im Jahr 1740. Nachdem die Festung bei den ersten Belagerungen in den Jahren 1702 bis 1704 dreimal den Besitzer gewechselt hatte und die Angriffe jeweils vom Ebenberg aus erfolgten, verstärkten die neuen Besitzer, die kaiserlichen Militärs, von 1710 bis 1713 die Südfront durch einen Gürtel von ins Glacis eingebetteten Vorwerken, den Lunetten 35, 36, 37, 38, 39 und 41. 1740 wurde dann vor der im Ostpark heute noch sichtbaren Lunette 35 eine weitere und deutlich größere Lunette mit der Nummer 100 errichtet. Diese hatte nicht nur ein Minensystem zur Verteidigung, sondern war auch unterirdisch mit der Lunette 35 verbunden.

Die Vaubansche Festung der Stadt Landau war im Februar 2017 als Gesamtanlage unter Schutz gestellt worden. Die Funde auf dem Baufeld 37 werden vorerst wieder zugeschüttet und sollen bei einer künftigen Entwicklung des Grundstücks als Vergabegrundlage berücksichtigt werden.

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