
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin- Die Fahrschulen in Deutschland wehren sich gegen die Einführung eines rein digitalen Theorie-Unterrichts. Sie begründen ihre Ablehnung vor allem mit einer dadurch geringeren Ausbildungsqualität, berichtet die „Welt am Sonntag“.
Ein Gutachten des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer im Auftrag des Branchenverbands Moving stützt diese Einschätzung und warnt vor langfristig steigenden Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr durch den Distanzunterricht. In einer Umfrage des Branchenverbands unter 400 Fahrschulen und mehr als 800 Fahrschülern, äußerten die Teilnehmer ähnliche Bedenken. So sind 76 Prozent der Fahrschulen im Land der Ansicht, dass vor allem mögliche Gefahrensituationen besser im Präsenzunterricht vermittelt werden könnten.
Auch die Qualität des nur online Erlernten stellten 78 Prozent infrage. Aktuell ist Präsenzunterricht in der Fahrschule wieder Pflicht. Allerdings prüfen Verkehrspo
litiker im Bundesrat, ob Distanzlernen als Alternative langfristig möglich sein soll. Das würde viele Fahrschulen wirtschaftlich treffen. Sie fürchten geringere Umsätze durch die Konkurrenz von Online-Anbietern.
Aber auch die befragten Fahrschüler sind skeptisch: Etwa die Hälfte wünscht sich den Theorieunterricht in Präsenz, die meisten von ihnen aber mit zusätzlichen E-Learning-Angeboten. Eine Mischung aus Präsenz- und Onlineunterricht befürwortet ein Drittel.
Nur elf Prozent wollen den Theorieteil rein digital absolvieren. Die größten Vorteile im Präsenzunterricht sehen die Schüler im Austausch mit dem Lehrer und anderen Schülern. Die Vermittlung des richtigen Verkehrsverhaltens wird laut Einschätzung von fast 70 Prozent der Befragten im persönlichen Kontakt besser vermittelt. (dts Nachrichtenagentur)
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