
Illustration: Andalusien Journal
Torre-Pacheco – In der südspanischen Stadt in der Region Murcia ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen, Migranten und rechten bis rechtsextremen Gruppen gekommen.
Auslöser war ein brutaler Übergriff auf einen älteren Mann, offenbar begangen von mehreren Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus Nordafrika.
Der Vorfall ereignete sich am Busbahnhof der Stadt: Ein 68-jähriger Mann wurde scheinbar grundlos heftig körperlich attackiert. Die mutmaßlichen Täter sollen laut Augenzeugen aus dem nordafrikanischen Raum stammen. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen. In sozialen Netzwerken verbreitete sich daraufhin ein Video des Angriffs, das landesweit Entsetzen auslöste.
Was folgte, waren zwei Nächte voller Gewalt. In sozialen Medien riefen rechtsextreme Gruppen offen zur „Jagd auf Migranten“ auf – ein Aufruf, dem sich zahlreiche Personen anschlossen. Besonders betroffen war das Viertel San Antonio, in dem viele Menschen mit nordafrikanischen Wurzeln leben.
Demonstrierende, Gegendemonstranten und Anwohner gerieten aneinander. Es kam zu Flaschenwürfen, Bränden, beschädigten Fahrzeugen und mindestens fünf Verletzten. Die Polizei nahm mehrere Personen fest und musste mit Spezialeinheiten einschreiten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Behörden reagieren mit Härte
Die spanische Guardia Civil und die lokale Polizei verstärkten ihre Präsenz deutlich. Die Regierungsdelegierte Mariola Guevara kündigte weitere Festnahmen an, sowohl im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Angriff als auch wegen den Gewalttaten in den Nächten danach.
Die politische Reaktion blieb nicht aus. Vertreter der konservativen Partido Popular forderten mehr staatliche Kontrolle und Unterstützung für die Sicherheitskräfte. Die rechtsgerichtete Partei Vox sprach von einem „Terror durch illegale Migranten“ und forderte Grenzschließungen. Auf der anderen Seite verurteilte die linke Partei Podemos die Vorfälle als „rassistische Hetzjagd“ und rief zu Besonnenheit auf.
Lage scheint sich zu stabilisieren
Am Wochenende beruhigte sich die Lage zunächst. Die Behörden setzen weiterhin auf starke Präsenz, um neue Ausschreitungen zu verhindern. Doch die Spannungen bleiben spürbar. Viele Anwohner berichten von Angst, auf beiden Seiten. (LS/AnJou)

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