„Ein Vorbild“: Ludwig-Wagner-Preisträgerin Inge Heimer (Kandler Omas gegen Rechts) von SÜW gewürdigt

1. Dezember 2023 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße

Inge Heimer.
Foto: Pfalz-Express

Bei der Pfalzpreis-Gala im November hat der Bezirksverband Pfalz mehrere Auszeichnungen verliehen, unter anderem den seit 2016 ausgelobten Ludwig-Wagner-Preis für Toleranz und Zivilcourage.

Preisträgerin ist in diesem Jahr Inge Heimer aus Herxheim, die für ihr Engagement im Kampf gegen Rechtsextremismus und für Toleranz ausgezeichnet wurde.

Landrat Dietmar Seefeldt hatte, auf Empfehlung von Georg Kern, Erstem Kreisbeigeordneten des Landkreises Südliche Weinstraße, Heimer beim Bezirksverband für den Preis vorgeschlagen. Kern war bei der Verleihung in Pirmasens persönlich anwesend und gratulierte Heimer im Namen des Landkreises, stellvertretend für Landrat Dietmar Seefeldt, herzlich zur verdienten Auszeichnung.

Der Kreisbeigeordnete Georg Kern, ebenfalls Herxheimer, würdigt Heimer als besonders couragierte Persönlichkeit: „Inge Heimer beeindruckt als unermüdliche Kämpferin für Demokratie und Zivilcourage. Sie handelt, wenn viele nur davon sprechen, dass etwas getan werden müsste.“ Sie habe gezeigt, wie stark jeder Einzelne sei, wenn es darauf ankomme, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus anzustehen. „Sie ist ein Vorbild. Um ihrem Engagement gerecht zu werden, gilt es, sie nicht nur zu würdigen, sondern ihrem Beispiel zu folgen und im Alltag gegen Hass und Hetze einzustehen.“

Inge Heimer gründete die Initiative „Kandler Omas gegen Rechts“, um den Demos nach dem Mord an der 15-jährigen Mia entgegenzutreten. Mia wurde am 27. Dezember 2017 von ihrem Ex-Freund, dem jungen afghanischen Flüchtling Abdul D. im „dm“-Markt in Kandel mit einem Messer schwer verletzt und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. D. hatte sich später in seiner Zelle erhängt.

Die „Kandler Omas gegen Rechts“ setzen regelmäßig bei Aufmärschen rechter Gruppierungen ein Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben.

Hintergrund: Der Ludwig-Wagner-Preis für Toleranz und Zivilcourage wurde 2016 zum dritten Mal vergeben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Benannt ist der Preis nach dem Lehrer Ludwig Wagner, der sich für die Werte, die der Preis repräsentiert, stark gemacht hat. Der 1869 in Augsburg geborene Friedenspädagoge organisierte ab 1905 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Kaiserslautern Ferienkurse, zu denen insbesondere Ausländerinnen und Ausländer eingeladen waren.

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