Montag, 21. Oktober 2019

„Du erkennst sie an den Socken“: Amerikanische Schüler aus Ohio zu Gast am Alfred-Grosser-Gymnasium in Bad Bergzabern

16. Juli 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße
Gemeinsamer Besuch im Europaparlament in Straßburg.  Foto: v. privat

Gemeinsamer Besuch im Europaparlament in Straßburg.
Foto: v. privat

Bad Bergzabern – „Auf der Überholspur der Liebe…“ singen die amerikanischen Austauschschüler spontan mit ihren deutschen Gastgebern.

„Meine Großmutter spricht noch deutsch“, erzählt die amerikanische Schülerin Ellie aus Upper Arlington, Ohio, die den Nachnamen „Auch“ trägt.

Ihr Mitschüler Robert aus der gut 30.000 Einwohner zählenden Stadt südlich der Großen Seen im Norden der USA heißt mit Nachnamen „Geil“.

Er hat zwar auch Vorfahren aus Deutschland, deren Einwanderung aber schon so lange her ist, dass bei ihm niemand mehr Deutsch spricht; „aber Deutsch wollte ich lernen, weil es mir am besten gefallen hat; ich habe auch Französisch und Spanisch ausprobiert“;.

Jack Taylor, der neben Robert sitzt, hat sich Deutsch als Fremdsprache ausgesucht, „weil es am schwierigsten ist“. Er ist auch derjenige der amerikanischen Gastschüler hier am Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum, der sich im Kleidungsstil bereits an die hiesigen Gepflogenheiten angepasst hat. Stolz hält er sein Bein hoch – zu den Shorts trägt er kurze Socken; „sonst erkennt man die amerikanischen Jungs daran, dass sie ihre Socken bis unter die Knie hochziehen“, sagt Ellie Auch.

Robert findet die Deutschen auch sehr liberal. „Wir in den USA verbrauchen auch mehr Ressourcen“, sagt Jack, der genau wie Robert die meiste Zeit Deutsch spricht; nur manchmal muss er sich ein Wort übersetzen lassen.

Deutschland habe auch sehr gute Schulen, Upper Arlington habe aber ebenfalls eine gute Schule: „Wir bezahlen viel für unsere Schulen, deshalb sind es reiche und gute Schulen“, erzählen die Amerikaner.

Englischlehrer Sven Scheidner, der von deutscher Seite her den Austausch organisiert und von Michaela Hillenbrand begleitet wurde, ist begeistert: „Jeder Schüler bekommt einen teuren Laptop von Apple gestellt, in vielen Räumen stehen 15 teure Rechner der Edelmarke, überall gibt es schnelles Internet, damit kann man gerade im Sprachunterricht viel machen“, schwärmt er.

Das ist aber gar nicht das, was den Austauschschülern in Deutschland am meisten fehlt; sie vermissen hier eigentlich nur eins: „Das Autofahren!“

Denn im Gegensatz zu ihren deutschen Partnern dürfen die amerikanischen Elftklässler bereits allein fahren. Freizeit haben sie dafür viel weniger. „Die Schule geht bis um 15 Uhr, dann macht jeder Schüler noch Sport oder eine andere Aktivität.“

Ellie Auch erzählt, dass sie in den USA auch viel Hausaufgaben aufbekommen. Robert pflichtet ihr bei: „Hier in Deutschland haben wir viel mehr Zeit nach der Schule“. „Bei uns haben wir nur am Wochenende Zeit für uns“, sagt Ellie. Die deutschen Gastgeber wiederum sind begeistert von den amerikanischen Sommerferien: „Die sind knapp drei Monate lang“, erzählen sie.

Die deutschen Schüler waren bereits im Frühjahr in den USA. „Ich habe nicht erwartet, dass dort alles so groß ist. Schon die Straßen waren unglaublich breit“, erzählt Johanna Lang. Johannes Jäger war überrascht, dass in der amerikanischen High School schon morgens ab sieben Uhr die ersten trainieren, zum Beispiel Basketball.

Teresa Kern, wie alle deutschen Teilnehmer Schülerin der elften Jahrgangsstufe, war begeistert vom „Schul-Spirit“ in den USA: „Wenn zum Beispiel eine Schulmannschaft ein Spiel hatte, waren alle da“, erzählt sie.

Lehrer Sven Scheidner ist im Unterricht aufgefallen, dass die Schüler viel weniger schreiben und dafür im Unterricht viel mehr rein mündlich agiert wird. Er ist außerdem begeistert, wie gut die Gäste Deutsch sprechen.

Robert meint, dass wiederum die deutschen Gastgeber sehr gut Englisch sprechen. Ein großer Unterschied bestehe zwischen deutschen und amerikanischen Lehrern. Jack erzählt: „Meistens sind Lehrer meine Freunde, wir unterhalten uns über ihre Kinder, über Politik.“ Man gehe auch oft mit seinen Lehrern in der Schulmensa essen. (mv)

Print Friendly, PDF & Email
Zur Startseite

Zu den Kommentaren

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Schreibe einen Kommentar

Beachten Sie unsere Kommentarregeln! (Hier klicken)

Die maximale Textlänge beträgt 800 Zeichen.
Links sind künftig in den Kommentaren nicht mehr gestattet.

Pfalz-Express ist keine Plattform für Beleidigungen, Anschuldigungen und falsche Tatsachenbehauptungen. Wir ersuchen um sachliche und themenrelavante Beiträge. Unterlassen Sie Beleidigungen, Aufforderung zu Straftaten, Unterstellungen, Anschuldigungen oder allgemeine Verunglimpfung von Personen oder Gruppen!

Ihr Pfalz-Express-Team

Directory powered by Business Directory Plugin