
Claudia Roth
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Wahl von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin verteidigt.
„Die Partei und ich stehen fest hinter Annalena“, sagte sie den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.
Mit Robert Habeck als Kanzlerkandidaten „wäre es genauso gelaufen, dann hätte man ihm etwas Anderes vorgeworfen“, sagte Roth in Bezug auf Baerbocks Pannen-Serie.
Baerbock war in den vergangenen Monaten wegen Fehlern im Lebenslauf, Plagiatsvorwürfen und verschwiegenen Nebeneinkünften in die Kritik geraten.
Kürzlich glaubte sie sich bei einem Pressetermin in Biesenthal nördlich von Berlin im Oderbruch, oder bezeichnete die italienische Zentralregierung als „den Bund“, wie wenn das Land südlich der Alpen eine Bundesrepublik wäre.
Dass Baerbock unter genauer Beobachtung stehe, überrascht Roth nach eigenen Worten nicht. „Zum ersten Mal erheben die Grünen in dieser Form einen Machtanspruch.
Klar ruft das massiven Gegenwind hervor“, sagte Roth. Dass Baerbock eine Frau sei, komme noch hinzu. Es mache einen Unterschied im Umgang, ob jemand eine Frau oder ein Mann sei. „Herr Merz unterstellt Frau Baerbock, dass sie keine Kanzlerin werde könne, weil sie keine Exekutiverfahrung habe.
Hat er auch nicht, aber seine Kompetenz wird nicht in Zweifel gezogen“, erläuterte die ehemalige Parteivorsitzende. Statt über die Fehler der Kanzlerkandidatin zu diskutieren, forderte Roth eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Positionen der Partei.
„An unseren Positionen kann man sich reiben, das ist auch gut so. Aber dafür müssen die anderen Parteien erst einmal inhaltlich mitdiskutieren wollen“, sagte sie.
Die künftige Kanzlerin zu stellen, hält die Bundestagsvizepräsidentin noch für erreichbar. „Ich habe gar nichts abgeschrieben. Ich will auch bestimmte Umfragewerte nicht halten, sondern sie ausbauen mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung“, sagte Roth.
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