
Cannabis-Pflanze.
Foto: Pfalz-Express
Auf den Wirtschaftswegen in Lachen-Speyerdorf bei Neustadt an der Weinstraße kann Spaziergängern ein ungewöhnlicher Duft in die Nase steigen.
Ein süßlich-würziger Geruch, der so gar nicht zu einem Gemüse- oder Getreidefeld passen möchte. Auch nicht zu den Rapsfeldern, die in der Region typisch sind. Kann er eigentlich auch nicht. Denn dieser Duft gehört zu mehreren Cannabispflanzen, die ganz unschuldig am Feldrand stehen. Doch sind sie dort überhaupt erlaubt?
Warum Hanf am Wegesrand nicht illegal sein muss
Seit Anfang April 2024 dürfen Privatpersonen in Deutschland Cannabis anbauen. Zumindest dann, wenn sie volljährig sind und sich auf maximal drei weibliche Pflanzen pro Person beschränken.
Sowohl in Innenräumen, als auch auf Balkon und Terrasse ist der Anbau möglich und erlaubt, solange er sich nicht zur Belästigung der Nachbarn entwickelt. Etwa durch den intensiven Geruch der Cannabispflanzen.
Selbst der eigene Garten taugt als Anpflanzplatz für Hanf. Wenn man die Pflanzen vor dem Zugriff Dritter schützen kann. Insbesondere Kinder und Jugendliche dürfen nicht an die Cannabisblätter und -blüten gelangen.
Wer zu Hause kein Cannabis anbauen kann oder will, findet THC- und CBD-Produkte online. Letztere etwa im Palmengold Onlineshop. Die Hanfpflanzen einfach auf einem Feld anzubauen, ist allerdings keine Lösung. Jedenfalls keine legale. Es sei denn, man ist Landwirt und baut am Feldrand sogenannten Nutzhanf an.
Was ist Nutzhanf und wozu dient er?
Cannabispflanzen ähneln sich untereinander wie ein Ei dem anderen. Dennoch gilt: Hanf ist nicht gleich Hanf. Denn neben den Pflanzen, die für den Cannabiseigenbedarf angebaut werden dürfen, gibt es den Nutzhanf. Ein wahres Multitalent unter den Kulturpflanzen.
Anders als der sogenannte Medizinalhanf enthält Nutzhanf nur wenig THC. Bei seinem Anbau geht es daher nicht um die psychoaktive Wirkung der Blätter und Blüten, sondern um die Fasern und Samen. Darum wird er auch als Faserhanf bezeichnet.
Dass Hanffasern viele Vorteile mit sich bringen, ist nicht erst seit gestern bekannt. Sie gehören zu den ältesten Textilfasern der Menschheitsgeschichte und haben selbst Klassikern wie Baumwolle einiges voraus. So ist Hanf nicht nur antibakteriell, sondern auch besonders reißfest. Das macht ihn zu einem begehrten Rohstoff in zahlreichen Branchen. Allen voran in der Textil- und Automobilindustrie.
Welche Vorteile bringt der Anbau von Nutzhanf mit sich?
Nicht nur aus praktischer Sicht lohnt sich der Anbau von Nutzhanf. Auch aus ökologischer. Denn Cannabispflanzen erheben nicht viele Ansprüche. Selbst unter widrigen Umweltbedingungen können sie innerhalb kurzer Zeit rasant in die Höhe schießen. In 100 Tagen wachsen sie bis zu vier Meter.
Mit seinen Wurzeln kann Nutzhanf den Boden lockern. Zudem zieht er Schadstoffe aus dem Erdreich. Dadurch können Cannabispflanzen am Feldrand zu einem besseren Ernteergebnis der Hauptsaat beitragen.
Für die Umwelt sind sie dabei keine Belastung, sondern sogar ein Vorteil. Denn bereits ein Hektar Hanf kann so viel Kohlenstoffdioxid binden wie ein junger Mischwald.
Bei der Wasserversorgung sind Cannabispflanzen genügsam. Sie sind von Natur aus robust und können auch mit wenig Feuchtigkeit schnell wachsen. Zudem benötigen sie kaum Dünger und nur im Ausnahmefall Pestizide.
Wer darf Hanf auf dem Feld anbauen?
Der Anbau von Nutzhanf am Feldrand ist nicht schwierig – zumindest in der Theorie. In der Praxis ist er ausschließlich professionellen Anbauern vorbehalten, die sich dafür eine Genehmigung einholen.
Für viele Landwirte lohnt sich dieser Aufwand. Denn Nutzhanf kann sich zu einer neuen und ertragreichen Einkommensquelle entwickeln.
Anders als Getreide und Wein erfordert er nur wenig Platz und kaum Pflege. Da er als Rohstoff weltweit immer gefragter wird, ist es laut Experten nur eine Frage der Zeit, bis deutschlandweit mehr und mehr Nutzhanffelder wortwörtlich aus dem Boden sprießen.

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