
Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron und die Leiterin des Bürgerbüros, Esther Kern, mit einem der neuen Signatur-Pads, die seit Kurzem an allen Arbeitsplätzen des Bürgerbüros vorgehalten werden.
Foto: ld
Landau. „Der Stadtrat beschließt, bei der Stadtverwaltung zum 1. Januar 1997 ein Bürgerbüro einzurichten.“ So nüchtern es sich in der Sitzungsvorlage vom
13. Februar 1995 liest, verbergen sich hinter diesen Zeilen heute doch 20 Jahre serviceorientierter Dienst am Bürger.
Als eine der ersten kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz brachte die Stadt Landau Mitte der 90er Jahren ein Bürgerbüro auf den Weg – die richtige Entscheidung, wie schnell feststand.
„Eine Stadtverwaltung ohne Bürgerbüro, das ist heute längst nicht mehr vorstellbar“, fasst der zuständige Dezernent, Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron, zusammen. „Das engagierte Team des Bürgerbüros bearbeitet häufige Anliegen der Bürger – schnell, direkt und ohne dass der Bürger verschiedene Anlaufstellen im Rathaus ansteuern muss. Es ist als zentrale Anlaufstelle eine Visitenkarte unserer Stadtverwaltung“, so Dr. Ingenthron.
Das neunköpfige Team des Bürgerbüros – vier Voll-, fünf Teilzeitkräfte – bearbeitet ein breites Aufgabenfeld.
Den größten Anteil hat dabei das Melde- und Passwesen, informiert Leiterin Esther Kern. Das Bürgerbüro ist für An-, Ab- und Ummeldungen sowie die Beantragung von Personal- und Reisepässen zuständig; aber auch Meldebescheinigungen, Meldeauskünfte, amtliche und öffentliche Beglaubigungen, Parkplaketten, Parkausweise, Buß- und Verwarnungsgelder, Fischereischeine, Fundsachen und Führungszeugnisse gehören zum Zuständigkeitsbereich des Sachbereichs.
Zudem verkauft das Bürgerbüro Müllsäcke, Freibadkarten und AKU-City-Gutscheine. „Wir bieten in (fast) allen Lebenslagen komplette und kompetente Hilfe an“, betont Kern. „Und wenn wir einmal nicht zuständig sind, verweisen wir den Bürger an eine andere Stelle in der Stadtverwaltung.“
Dass diese Vielfalt an Aufgaben den Mitarbeitern eine Menge abverlangt, ist klar. „Eine Besonderheit des Bürgerbüros ist, dass wir immer für den Kundenverkehr geöffnet sind – das ist einmalig in der Verwaltung“, betont Kern.
Sie berichtet auch, dass ständige Fortbildungen aufgrund der immer komplexer werdenden Rechtslage und großen Themenvielfalt für die Mitarbeiter des Bürgerbüros unerlässlich seien. Das breite Themenspektrum und der direkte Kontakt zum Bürger mache die Arbeit im Bürgerbüro aber auch aus, so Kern weiter. „Langweilig wird es bei uns nie“, lacht die Leiterin des Bürgerbüros.
Auch nicht an Samstagen: Als eines der wenigen Bürgerbüros in Rheinland-Pfalz ist das Landauer an Samstagen geöffnet. „Wir wollen diese Praxis in jedem Fall auch beibehalten“, informiert Bürgermeister Dr. Ingenthron.
„Die Samstagsöffnungszeiten werden gut angenommen. Die Bürger verbinden ihre Erledigungen in der Innenstadt oder den Wochenmarktbesuch oftmals mit einer schnellen Anfrage im Rathaus. Und das ist an diesem für viele arbeitsfreien Tag besonders praktisch.“
Der Blick in die zwanzigjährige Geschichte des Bürgerbüros zeigt, dass sich viele Aufgaben über die Jahre geändert haben. Zu Beginn waren die Mitarbeiter noch für den Verkauf von Konzert- und Theaterkarten, für die so genannten Wehrerfassungen und für das Ausstellen von Lohnsteuerkarten zuständig.
„Die größte Änderung betrifft aber nicht das was, sondern das wie“, betont Kern. „In den späten 90er Jahren wurde im Bürgerbüro in Einzelfällen noch mit Schreibmaschinen gearbeitet, heute sind wir weg von der Papierakte und setzen durchgängig auf die so genannte E-Akte.“ Viele Arbeitsprozesse würden heute elektronisch abgewickelt, was die Arbeit enorm erleichtere, so Kern.
Ein weiterer Schritt auf dem Weg der technischen Modernisierung war die Einführung von Signatur-Pads für jeden Arbeitsplatz Ende vergangenen Jahres.
Durch die Pads entfällt das ansonsten zeitaufwändige Scannen von Unterschriften. Dank der digitalen Erfassung der Unterschrift bei Melde- und Passangelegenheiten und dem anschließenden Ablegen in der E-Akte werden zukünftig schätzungsweise jährlich 18.000 Seiten Papier gespart. „Wir werden den Weg der Weiterentwicklung unseres Bürgerbüros konsequent fortsetzen“, blicken Dr. Maximilian Ingenthron und Esther Kern in die Zukunft. (ld)

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