
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hätte die Regenbogenflagge gerne über dem Bundestag gesehen. Symbolfoto: Pixabay/Astrobobo
Bonn – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) dafür kritisiert, am diesjährigen Christopher Street Day auf dem Reichstag in Berlin nicht die Regenbogenflagge hissen zu lassen.
„Ich finde es schade, dass sie es dieses Jahr abgelehnt hat“, sagte Bätzing dem „Stern“. „Es wäre ein gutes Zeichen gewesen. Das sage ich bewusst als katholischer Bischof.“
Bätzing, der auch Bischof von Limburg ist, spielt damit auf die traditionell ablehnende Haltung seiner Kirche zur Homosexualität an: Im katholischen Katechismus heißt es, gelebte Homosexualität sei „in sich nicht in Ordnung“ und „in keinem Fall zu billigen“. Der Bischof fordert hier eine Korrektur: „Homosexualität ist keine Sünde. Wir haben im Synodalen Weg gesagt, wir wollen das ändern. Auch andere Teile des Katechismus wurden geändert, etwa zur Todesstrafe.“
Seine Kirche stecke „in einer großen Krise“, räumte der Vorsitzende der Bischofskonferenz ein. „Viele Menschen sagen: Ich komme gut ohne Gott klar.“ Sorgen bereitet Bätzing vor allem der Nachwuchsmangel bei katholischen Geistlichen: „Ohne Priester droht unser sakramentales Leben zu versanden, die Kirche wird innerlich ausgehöhlt.“ Der Bischof forderte erneut vehement Reformen: „Ich will die Beteiligung unserer Mitglieder an Entscheidungen. Das ist kein Verlust des Katholischen, sondern dessen Bereicherung.“
Keine Hoffnung machte Bätzing allerdings schwulen und lesbischen Paaren, die katholisch-kirchlich heiraten wollen. Zwar wolle er „eine Kirche der offenen Arme. Eine, die sagt: Du hast einen Platz bei uns, auch wenn du nicht von allem überzeugt bist.“ Für ihn gelte jedoch: „Ehe im christlichen Sinn ist die Verbindung von Mann und Frau mit der Offenheit für Kinder, das ist schon biblisch bezeugt.“
Auch beim Thema Abtreibung will Bätzing an bisherigen Positionen festhalten. „Ich glaube, das ist etwas von dem Widerständigen der katholischen Kirche, das bleiben muss. Da können und wollen wir nicht anders: Die Würde des Menschen ist unantastbar, auch im Mutterleib, vom ersten Augenblick seines Daseins an.“

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