
Foto: dts Nachrichtenagentur
München – ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand hatte sich unlängst in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ im Zuge des CO2-Preises indirekt für höhere Spritpreise ausgesprochen. Daraufhin war es im Verkehrsclub zu tausenden Beschwerden, Anfragen und Kündigungen von Mitgliedern gekommen, zum Teil nach 40 Jahren der Mitgliedschaft.
Der ADAC scheint sich offenbar in der Debatte um höhere Spritpreise missverstanden zu fühlen. „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise“, sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Will heißen: Es gehe dem Verkehrsclub darum, dass Preiserhöhungen nur im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen sinnvoll seien, etwa beim Klimaschutz, beim Ausbau von ÖPNV oder beim Umstieg auf alternative Antriebe.
Zugleich verteidigte Hillebrand, dass der CO2-Preis ein geeignetes Instrument sein könne, um den Klimaschutz im Verkehr voranzubringen, sagte aber auch, dass solche Preissignale nur dann funktionieren würden, wenn es ausreichend Alternativen gebe. Gerade die würden bei erneuerbaren Kraftstoffen und der Elektromobilität aber noch fehlen.
„Wenn Preise erhöht werden, ohne Ausweichmöglichkeiten zu schaffen, kommt zum einen Problem das andere: Dem Klimaschutz ist aufgrund der fehlenden Möglichkeiten von Verbrauchern nicht geholfen und zusätzlich wird Mobilität weniger bezahlbar“, sagte Hillebrand.
Der ADAC-Verkehrspräsident forderte in diesem Zuge eine Senkung der Stromsteuer für private Verbraucher. Und für Autofahrer, die weiterhin mit dem Verbrenner unterwegs seien, müssten alternative Kraftstoffe günstiger werden, zum Beispiel durch die überfällige Reform der EU-Energiesteuerrichtlinie, aber auch stärkere Anreize für Investitionen der Industrie in die Erzeugung erneuerbarer Energie, so Hillebrand.
Ein richtiger Schritt sei die von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung der Pendlerpauschale. (dts Nachrichtenagentur/desa)

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