Sonntag 12.Juli 2026

Aufklärung statt Abzocke: Infoabend in Germersheim zeigte Wege aus der Betrugsfalle

30. September 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

V.li.: Büsra Lenz (BMI Stadt Germersheim), Ziya Yüksel (BMI Kreis Germersheim) und Melanie Kaminski (Verbraucherzentrale).
Foto: BMI Kreis GER

Germersheim – Am 26. September 2025 luden die Beiräte für Migration und Integration (BMI) von Stadt und Kreis Germersheim im Rahmen der Interkulturellen Woche gemeinsam mit der Verbraucherzentrale zu einer Info- und Beratungsveranstaltung ein. Thema des Abends: „Abzocke“ und wie man sich davor schützen kann.

Den Auftakt machte Melanie Kaminski, Juristin und Referentin der Verbraucherzentrale Ludwigshafen. Sie zeigte auf, wie Betrüger am Telefon, per E-Mail oder im Internet vorgehen und woran man unseriöse Angebote erkennt.

Verbraucherzentrale warnt vor typischen Maschen

Besonders wichtig sei es, auf ein vollständiges Impressum zu achten, Sonderangebote kritisch zu prüfen und bei „Vorkasse“-Forderungen misstrauisch zu sein. „Schnell, einfach und bequem ist nicht automatisch sicher“, betonte Kaminski mit Blick auf Zahlungsdienste, bei denen Verbraucher bei Problemen oft nur noch mit einer KI, nicht aber mit Menschen sprechen.

Auch auf falsche Service-Seiten öffentlicher Verwaltungen wies sie hin: Wer plötzlich Gebühren zahlen soll, befinde sich vermutlich nicht auf einer offiziellen Behördenseite. Grundsätzlich gelte: E-Mails, die zur Eingabe von Daten auffordern, immer kritisch hinterfragen und im Zweifel direkt beim Absender nachfragen.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie leicht Menschen Opfer von Betrug werden und wie groß die Verunsicherung im Nachhinein ist. Viele zahlen aus Angst vor Inkasso, SCHUFA-Einträgen oder weiteren Drohungen. Menschen mit Migrationsgeschichte sind dabei besonders gefährdet: Sie fürchten rechtliche Konsequenzen und geben deshalb häufiger nach, anstatt sich gegen unberechtigte Forderungen zu wehren.

Foto: BMI Kreis GER

Gerade deshalb sei die Verbraucherzentrale so wichtig, betonte Kaminski. Sie biete unabhängige Beratung und schütze Bürger in allen Fragen rund ums Einkaufen und Bezahlen, sei es im Supermarkt, bei Strom- und Heizkosten oder im Onlinehandel.

Aufklärung soll mehr Menschen erreichen

Die Besucher nahmen die Hinweise aufmerksam auf. In offener Atmosphäre berichteten viele von eigenen Erfahrungen, stellten Fragen und erhielten konkrete Tipps. Der BMI-Kreis Germersheim regte an, ähnliche Veranstaltungen künftig auch in weiteren Kommunen anzubieten, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

In Germersheim selbst gibt es bereits ein regelmäßiges Angebot: Die Verbraucherzentrale bietet einmal wöchentlich eine kostenlose Beratung in einfacher Sprache an und zwar in der Kreisverwaltung, Raum 0.14 im Erdgeschoss. Anmeldung: germersheim@vz-rlp.de oder Telefon 07274 53 17 2.
Weitere Informationen: www.verbraucherzentrale-rlp.de/leichte-sprache

Fragen rund um das Thema beantwortet auch der BMI-Kreis Germersheim: ziyayueksel@web.de

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